*equilibrium*

November 12, 2008 at 18:08 (Interpersonelles)

Ich bin __________, die immer viel zu viel Privates in ihren Blog schreibt.

Aber manchmal, da geht das nicht anders. Da ist man schon wieder in der gleichen Situation, von der man seinen Leuten schon tausendmal erzählt hat. Warum noch jemanden langweilen, wenn man genau weiß, was sie sagen? „Egoistisch“ würde vorkommen. „Unreif“. Und „ausnutzen“. „Gutmütigkeit“. „Unfair“.

Aber es ist schön zu merken, dass man schon wieder (ganz unbemerkt) gereift ist. Eben weil es diese Situation schon so oft gab.

Dass man sich zusammenreißen und sachlich darüber nachdenken kann.

Ungerechtigkeiten in Beziehungen sind so eine Sache.

Eigentlich, auch unparteiisch betrachtet, kann man ihr keinen Vorwurf machen.

Also, er ja schon.

Und wieder gibt es neue Hints im „Manual to handle L.“

Das Ironische daran ist: Fragst Du ihn einfach so um etwas, wird Dir vorgeworfen, Du manipulierst.

Doch was ist die Folge davon?

Beim nächsten Mal wirst Du Dir sehr genau überlegen, wie Du Deine Frage formulierst, um zu erreichen, was Du willst.

Ist das dann nicht viel eher Manipulation?

Ach, sie wünschte, es wäre Raum für eine Diskussion gewesen.

Aber, wie so oft, war das nicht der Fall.

Da wird einfach über alles drübergefahren, was sie sagt. Weil nämlich die Argumente fehlen. Da werden Augen gerollt und genervte Geräusche gemacht. Plötzliches Einschlafen vorgetäuscht. Keine Basis für ein Gespräch.

Und ja, der Anstoß ist trivial. Aber es geht doch hier um viel mehr.

Bei der Umsetzung tauchen Fragen zum Plan, zum Konstrukt auf. Wie läuft das eigentlich hier? Wie hätten wir gerne, dass es läuft?

Und L. würde wieder sagen:

Stell keine Erwartungen an mich.
Verlang nichts von mir.
Mach mir kein schlechtes Gewissen.
Ich tue Dinge nur, wenn ich mag.
Wehe, Du versuchst, mich zu manipulieren!!!

Und umgekehrt?

Wird sie nicht auch ständig manipuliert?

Werden in sie nicht auch dauernd Erwartungen gesetzt?

Aber solange sie sich nicht beschwert, ist ja alles gut.

Mannsen, eigentlich hat sie eine ziemliche Wut im Bauch. Es rational verstehen und nicht ernst nehmen hin oder her.

Aber der Punkt ist: Nur zu tun, was man selber grad mag, ist immer nur einer Person möglich.

Wenn die eine grad nicht Gassi gehen mag, muss es die andere machen. Irgendwer muss ja schließlich. Wie kommt der arme Hund dazu?

Nur, was wenn die andere Person auch grad nicht mag? Sollte man sich da nicht überlegen, wer in letzter Zeit mehr gemacht hat und wer deshalb nun auch mal wieder an der Reihe wäre?

Aber nein! Das würde ja heißen, dass man für alles, was man tut, eine Gegenleistung einfordert. Dass man keine liebende Beziehung führt, sondern mitrechnet, im Kopf Buch führt. Und Vorwürfe macht, wenn das Geben und Nehmen nicht ausgeglichen ist.

Hmm.

Aber sollt das nicht eigentlich von selbst gut funktionieren? Eben weil man sich gegenseitig gerne hat und es einem Freude macht, dem anderen einen Gefallen zu tun, weil man weiß, dass er sich dann auch freut?

Und wenn das nicht der Fall ist? Beziehungsweise, nur einseitig der Fall ist?
Wenn man gibt und gibt und gibt. Und wenn man mal dezent anklopft und fragt, ob man auch mal was haben könnte, ist das das Verwerflichste auf der Welt.

Denn das würde ja heißen: Man gibt nicht gerne. Schließlich verlangt man eine Gegenleistung dafür.

I trade you very much.

Aber der Punkt ist doch: Man möchte, dass das Geben und Nehmen in der Beziehung ausgeglichen ist. Da führt kein Weg dran vorbei.

Und wenn das von selbst nicht der Fall ist, was macht man dann?

Weg Nummer 1: Man macht Vorwürfe und hofft, dass der andere sich einsichtig zeigt.

Weg Nummer 2: Man gibt weiterhin und ärgert sich im Stillen.

Weg Nummer 3: Man hört auf, zu geben.

Nun, Nummer 1 ist verwerflich, meint L. Denn Vorwürfe? Igitt igitt. Dinge einfordern? Igitt, igitt.

In einer tollen Beziehung hat man schließlich keine Erwartungen (zu haben).

Und jetzt such es Dir aus, little Miss. Bist Du weiter der Trottel, der tut, weil manche Dinge eben getan werden müssen und Du schlecht warten kannst, bis Dir der Hund in die Wohnung macht?

Oder hörst Du auf, zu geben? Gehst zwar Gassi, aber hörst auf, Essen mitzubringen, am Wochenende Kaffee zu machen oder die Taxirechnung zu übernehmen?

Und ist das dann die Beziehung, die Du führen möchtest? Wo Du doch eigentlich gerne lieb bist? Eine Beziehung, in der man sich – literally spoken – nichts schenkt?

Wenn Du ehrlich bist: Nein.

Was Du gerne hättest wär, dass er zur Vernunft kommt. Dass er sich entschuldigt. Dass er einsieht, dass das alles nicht ganz fair zugeht.

Aber Du weißt, dass das nicht passieren wird.

Stattdessen werden wir uns einen Tag, vielleicht auch länger, anschmollen. Uns nicht melden. Bis es einer doch tut. Wahrscheinlich er, weil er grantig einfordern wird, dass sie gefälligst ihren Hund abholen kommt.
(äääh, da erwartet er ja auch, dass sie das tut, oder?)

Und dann?

Dann kommt sie zu ihm, ist zuerst bockig, lenkt dann aber ein. Und wir reden nicht mehr darüber. Bis zum nächsten Mal, wenn sie wieder etwas von ihm will.

Beschissen ist das. Ewiger, unfairer Kreislauf.

Nur was, ja WAS dagegen tun?

Hm.

Jaja, jetzt schreien wieder alle: Schluss machen!

Aber sie überlegt. Wieder die alte Überlegung.

Klar ist es nicht einfach mit ihm. Aber wenn es einfach wäre, wäre es dann nicht langweilig?

Kann man an schwierigen Beziehungen nicht viel mehr über sich selbst (und Beziehungen im Allgemeinen) lernen?

Und ja, ich kann euch aufschreien hören. Masochistisch. Selber schuld.

Aber zu 100 % stimmt das ja auch nicht.

Hmm.

Ein Gespräch wäre wirklich mal toll.

Ganz klassisch, wie man das aus der Beziehungstherapie kennt.

Man lässt den anderen ausreden. Verurteilt nicht. Vermeidet Worte wie „immer“ und „nie“. Versucht sich in den anderen hineinzuversetzen.

Ob ich das noch erlebe???

Mal sehen.

Aber noch etwas, zu diesem Frage-Vorwurf. Also, eigentlich wollte little Miss ja fragen, ob er denn Gassi gehen könnte. (Weil sie doch jetzt lieb gekocht hat). Aber dann fällt ihr ein, dass er erst am Abend davor gemeint hat, er könne ihr sowieso keine Bitte abschlagen. Also leitet sie ihre Frage damit ein.

Und kommt leider nicht weit. Blöde Einleitung! meint er gleich mal. Und als sie dann so einfach fragt, sagt er schlicht: Nein.

Und meint dann, sie ließe ihm überhaupt keine Wahl. Denn

entweder er weigert sich, woraufhin sie geht und nachher angfressen ist.

Oder er geht eben selber Gassi.

Oder, Möglichkeit 3, er ist so angfressen, weil sie schon wieder etwas von ihm verlangt, dass er den Hund packt und wütend heimgeht.
(wobei er da ja auch rausmuss, wogegen er sich davor so gewehrt hat, aber bitte).

Also, immerhin 3 Optionen, von wegen keine Wahl. Nur weil die Möglichkeiten nicht so attraktiv sind?

Na, ihre vielleicht?

Ärger runterschlucken und hundemüde selber gehen.
Oder ihn fragen, ob ers macht, damit einen Streit heraufbeschwören und riskieren, dass er wutentbrannt heimgeht.

Ganz ehrlich, wer wird hier manipuliert?

~~~

Dafür ist der Tag heute nett. Auch wenn man schon so furchtbar früh aufsteht und um 2 nach 9 (!!!!!!!) das Bergwerk betritt. Da war es übrigens noch ziemlich dunkel herinnen. Soviel dazu.

Aber dafür haut das mit der Motivation hin. Denn gleich am Vormittag feiern wir Schnitzels Geburtstag nach. Und dann geht sie mit 2 lieben Mädchens nebenan was essen.

Und dann wird gestormt und weiterjetrunken. In der Gruppe. Schließlich haben sie uns gestern gesagt, wir sollen uns selbst motivieren. Und heeeeey, haben wirs lustig!

Blöd nur, dass man schon um 6 gehen dürfte, weil man brav um 9 schon da war. Und dann sitzen wir doch bis halb 7 am Stormen. Und die alte Gruppe trifft sie auch erst um 8. Soviel zu: Wir wollen doch alle ein Privatleben haben.

Wusste sie doch gleich, dass das nicht mit früher kommen zusammenhängt!

Nunja.

~~~

Einmal hart bleiben, little Miss. Dir einmal nicht am Schädl ******** lassen. Komm schon!

~~~

PS: Manchmal wünscht sie sich, alle anderen hätten auch Blogs, in denen sie ihren Gefühlshaushalt ausbreiten würden. Sachlich und nach reiflicher Überlegung geordnet. Damit sie auch mal bei anderen Leuten nachlesen könnte, wie jetzt was gewirkt hat und wie was aufgefasst wurde und wie’s dem jetzt damit geht. Und so weiter. Naja. Vielleicht im Jenseits.

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2 Kommentare

  1. magdasagt said,

    Einmal hart bleiben, little Miss. Dir einmal nicht am Schädl ******** lassen. Komm schon!

  2. Zwerg said,

    dafür sind die hübschen Loreleihaare nämlich viel zu hübsch!
    Komm schon!

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