*excursion*

Dezember 11, 2008 at 12:28 (Berlin, Interpersonelles, Werbewelt)

So eine brave Börga. Kommt morgens zwar zu spät, weil sie zach vom Schatz heimwackelt, sich die Finger am Toaster verbrennt und dann auch noch die S-Bahn verpasst (mit der sie sowieso schon zu spät gekommen wäre, aber egal). Aber dafür ist sie eine Blitztexterin und schreibt das komplette Mailing noch vor 12 fertig. Denn um 10 nach 12 gehts ab auf Exkursion! Damit wir endlich mal wissen, was wir uns unter „maschinell kuvertierbar“ vorstellen dürfen, machen wir einen Ausflug in die Druckerei und dann in den Lettershop.

N. kommt auch mit. Fun!

In einer Druckerei waren wir ja schon mal, so wirklich viel Neues erfahren wir da jetzt nicht. Dafür werden unsere Erinnerungen an unangenehme Arbeitsplätze aufgefrischt. Und an „ehrliche Männerfantasien“. An jeder freien Stelle Poster von nackten Frauen. (auwei, das ist wieder so ein Suchbegriff, unter dem dieser Blog eigentlich nicht gefunden werden sollte. Egal. Nackte Frauen, nackte Frauen, nackte Frauen. Ha!)

Das kommt davon, dass Frauen ungern im Gestank und Lärm mit lauten Maschinen arbeiten. Das ist eine Männerdomäne. Und daher gibt es in der Druckerei auch keine Feministinnen, die sich von den vielen nackten Brüsten und Hintern belästigt fühlen könnten.

Was uns allerdings abschreckt: Neben „Man meckert nur so lange über die Arbeit, bis man keine mehr hat“ (danke!) hängt noch ein weiteres Schild an einer der Wände. „Arbeit macht frei!“ Autsch.

Und flugs geht es weiter zum Lettershop. Da ist es spannender. Und schon wieder wird Wissen aufgefrischt. Little Miss wird daran erinnert, was der Unterschied zwischen einem Infomail und einer Postwurfsendung ist und darf die kleinen Greifärmchen der Maschine live in Aktion beobachten. Ihr Bastarde verhindert also, dass wir lustige Stanzen machen dürfen! Ihr seid also schuld daran, dass man Leporellos händisch kuvertieren muss. Und so sieht also ein maschinell verarbeitbares Kuvert aus. Sehr lehrreich!

Dann gehts weiter zur Konfektion. Little Miss traut sich da ja fast gar nicht rein. Das ist nämlich wirklich so wie der „Hausfrauen-Pool“ in ihrer Vorstellung. Da sitzt ein Grüppchen Mittvierzigerinnen an Tischen und schiebt Deckblätter in DVD-Hüllen. Beziehungsweise falten und kuvertieren sie die Mailings, die sich little Miss ausdenkt. Deswegen traut sie sich ja fast nicht rein. Müssen diese Frauen sie nicht hassen? Andererseits, die wussten ja, worauf sie sich bei dem Job einlassen. Und: Wenn little Miss keine Mailings macht, dann macht sie irgendwer anders. Und wer weiß, ob sie in Zukunft überhaupt noch Mailings machen wird?

Auf der anderen Seite, als sie eines ihrer Werke grad live in Produktion entdeckt, ist sie schon ein bisserl stolz. Weils nämlich ein cooles Gefühl ist. Da denkst Du Dir irgendwas aus und plötzlich stehst Du da und Dein Mailing rattert zu tausenden am Fließband an Dir vorbei. Mein Text, mein Text! Meine Headline! Boah!

Daneben wird grad ein Folder fertiggestellt, in dem es darum geht, wie man als Elternteil reagiert, wenn Kinder pornographisches Material zu Gesicht bekommen haben. Jaja, der Lettershop, das sind die Guten! Weil da auch viele Frauen arbeiten, gibt es keine Nackigen an den Wänden. Das höchste der Gefühle sind Fußballposter.

Am Schluss lässt little Miss noch die horte Sau raushängen. Ohne auf die „das wird wehtun, tu’s nicht!“-Rufe der anderen zu achten, hält sie heldenmütig ihren Arm in die Bündelmaschine. WATZ! Naja. Wehgetan hats nicht, aber das geht schon ganz schön fix. Plötzlich ist man mit PVC-Band an seinen Pulli gefesselt. Ey Du, Maschine, glaubstu bin ich Packl Briefe, oda was?

Naja, Fun! Und dann laden uns die lustigen Lettershopper auch noch nach Hiertzing in ein Ablegerlokal des berühmten Wiener Rindfleischrestaurants ein. Nobel, nobel.

Little Miss ordert „Linguine mit Edelpilzen“ und „Zupfsalate mit Balsamicodressing“. Sehr edel.

Blöd ist nur, dass wir noch gar nicht richtig mit essen fertig sind, als N’s Handy läutet. ♀A. will, dass wir auf der Stelle zurückkommen. Schließlich gibt es noch ein Briefing. Damn. Wie unangenehm. Obwohl es grade so nett geworden wär, müssen wir aufspringen, uns verabschieden und zurück zur Agentur hetzen. Peinlich. Gut, sie hätten uns eh eingeladen. Aber so ist das schon ziemlich unhöflich.

Und das Briefing noch nicht einmal spannend. Bäh, Leasing. Naja, was soll’s.

Nachher muss little Miss dringend die Schwester besuchen. Die hat nämlich ihre „schönen“ Schuhe und die Schwiegermutter in spe hat angekündigt, dass wir samstags ins Theater gehen. Und da möchte little Miss natürlich schick sein. Und neue Roseanne-Folgen will sie auch. Liblühobä erzählt von dem handgreiflichen Zwischenfall mit dem Nachbarn. Na serwas.

Aber der Schatz hat am Telefon gesagt, er ist noch beschäftigt und der Ami-Freund ist noch zu Besuch und aufräumen müsse er auch noch und sie soll anrufen, wenn sie daheim ist.

Und als die Schwester der hustenden little Miss Tee anbietet, nimmt sie unter diesen Umständen natürlich gerne an. Kann sie ja nicht ahnen, dass der Schatz deswegen angfressen ist, weil sie nicht sofort nach Hause eilt. Oder?

Ein blödes Missverständnis am Telefon. Hässliche Dinge, die da gesagt werden. Aber er hat schon recht, wir sehen uns ja jetzt eh den ganzen Urlaub. Mindestens 10 Tage ohne die lästige Frage nach dem Ort der Nächtigung. Dafür zusammen im Einzelbett. Jej. Wie mit den Zelten „für zwei, die sich sehr gern haben“. :o)

Naja. Und morgen geht es los!!!

In weniger als 24 Stunden verlässt little Miss das Land. Und sie hat immer noch keine Rückfahrkarte.

Trotzdem, due to se Pflichtbewusstsein die 200 treuen Newsletterabonnentinnen abschließend noch einmal mit Wissenswertem zu ihrer Lieblingslimo versorgen. Und überlegen, was am Abend alles in das Köfferchen kommt.

So long …

Let’s go Berlin, Börga!

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