Januar 19, 2009 at 10:49 (Film, Literatur, Party)

Jetzt ist L. also munter und quengelt, weil ich an seinem Internet sitz und beim Schreiben kein Hörspiel einlegen will. Dafür hat er extra Kaffee bekommen! Hmm, scheint, als müsste ich mich kürzer fassen als geplant. Aber wer rechnet auch damit, dass L. aufwacht, bloß weil man hier unschuldig E-Mails beantwortet. Wer wacht überhaupt von Tippgeräuschen auf? Immerhin sprechen wir hier von einer Computertastatur und nicht etwa von einer hackenden Oldschool Schreibmaschine. Nunja. Aber das nur am Rnde. Und hier der eigentliche Beitrag:

Das präsenteste Zitat in diesen Tagen in little Miss‘ Kopf stammt von Christopher Robin:

„Wenn die Erwachsenen Dich fragen, was Du gerade tust, dann sagst Du einfach: nichts. Und genau das tust Du dann auch.“

(„It means just going along, listening to all the thing’s you can’t hear, and not bothering“)

Ein großartiges Konzept.

:o)

Und zwischen dem Nichtstun wird gegessen und Hörspiel gehört. L. und little Miss haben den auditiven Gruselsektor für sich entdeckt. Toooll!

Aber am Freitag, da war ganz schön was los. Little Miss hat ja nach M’s Besuch mit sich gehadert, ob sie tatsächlich noch genug Energie aufbringen kann, um Geburtstag feiern zu gehen. Doch das lang ersehnte Telefonat mit S. hat sie motiviert :o) Das, und der Traum der vergangenen Nacht.

Little Miss macht sich also gegen 11 auf, zu ihrem ersten Besuch des Wirrs, ever. And: she likes it!

Zwar sind nicht alle da, die sich angekündigt hatten, aber die, die da sind, freuen sich. Und Börga sich auch: Es gibt Cider! Jej!

Und das Geburtstagskind gibt eine Runde Tequila aus. O-o. Doppel-o-o eigentlich, denn nachdem ihr klein-Brokkoli lauter Vorwürfe gemacht hat, weil sie „den treuen Spucki im Rinnsal der Agentur zurückließ“, kippt er seinen Tequila auch noch in ihr Glas. Und dabei dachte sie, er wolle nur anstoßen!

Little Miss trinkt also einen doppelten Tequila zu ihrem Cider. Was zur Folge hat, dass die eh schon aufregende Umgebung (Kitschtapete mit Vögelchen, Discokugellicht) sich auch noch zu drehen beginnt. Hui!

Und dann verabschieden sich klein-Brokkoli und französisch-M auch noch! Tzz! Da ist sie doch grade erst dabei, lustig zu werden! Und was ist eigentlich mit ihrem Traum? Hmm. Der bewahrheitet sich ein bisschen anders als angenommen.

Kurze Zeit später diskutiert little Miss nämlich angeregt mit St., der eigentlich aussieht, als würde er Marty heißen. „Der Mensch hat immer recht“ sagt er. „Und wenn ein Tier was falsch macht, also ein Pferd aushaut und wen trifft oder ein Hund wen beißt, dann muss es weg.“

Oi oi oi. So ein Unsinn. Wenn sich der Mensch nicht auf die Kommunikation mit dem Tier einlässt und berücksichtigt, dass eine andere Kreatur eine andere Sprache spricht, dann ist er selber schuld, wenn ihr mich fragt. Das ist das erste, was man in jeder besseren Hundeschule lernt: Nicht der Hund macht die Fehler, sondern Du.

Denn da rühmt sich der Mensch immer seiner ach so überragenden Intelligenz. Ja, dann soll er sie halt auch dazu einsetzen, umzudenken, sich in ein anderes Wesen reinversetzen, oder?!

Wenn ich mich hinter das Pferd stell, bin ich selber schuld, wenns mich trifft. Und wenn ich den knurrenden Hund unbedingt streicheln muss, tja, was hab ich denn erwartet, was passiert?

Das beeindruckt St. jetzt nicht besonders. Wahrscheinlich ist er zu betrunken. Oder zu abgelenkt vom vorigen Thema, little Miss hat nämlich von ihrem Leseeifer erzählt (schon 2 Bücher in diesem Jahr!). Naja, immerhin kennt er Sedaris.

Und grade als little Miss bleibenden Eindruck hinterlässt, verabschieden sich die anderen und es wird Zeit, Mantel und Tasche in näherer Nähe unterzubringen.

Aus irgendeinem Grund greift little Miss dabei in die Manteltasche – und muss feststellen, dass ihr Schlüssel verschwunden ist.

DAMN.

So fühlt sich das also an. So ein Scheiß! Genau das was man braucht, so gegen halb 4 morgens. Und der Schatz ist auf einer anderen Party und bestimmt nicht erreichbar. Das Hirn meldet Schockzustand und beginnt liebenswürdigerweise Horrorszenarien ablaufen zu lassen. Little Miss, halbverfroren auf den vereisten Stiegen vor L.s Haus. Und das arme Hündchen eingesperrt in ihrer Wohnung! Damn. Da ist sie gleich wieder nüchtern.

Und es zeigt sich, dass St. sie eben nicht kennt. „Vielleicht in der anderen Tasche, schau doch mal.“ Jaja, das würde sie vielleicht auch sagen. Aber damn, sie ist sie. Sie, die immer weiß, wo ihre Sachen sind. Sie, die noch nie, noch NIE ihren Schlüssel irgendwo angebaut hat. Damn.

Dann also wieder runter und suchen. Unten ist es laut, heiß und dunkel. Viele viele tanzende Menschen. Taschen und Jacken dort, wo vorher ihr Mantel gelegen ist. Damn. Kein Schlüssel.

Verzweifelt wendet little Miss sich an die Bartenderin. „Einen Schlüssel stiehlt niemand. Geldbörsen ja, aber Schlüssel nicht. Aber jetzt wirst ihn eh nicht finden. Kannst ja morgen anrufen.“

Morgen. Pah. Die gute Frau hat die Ruhe weg. Bis morgen liegt little Miss unter einer Zeitung im Schnee vor L’s Haus und man muss froh sein, wenn sie überhaupt noch einen Finger zum Telefonieren übrig hat. Damn.

Die Hoffnung fast aufgebend, sucht little Miss weiter. Aber der T.Dog hätte doch auf den Schlüssel aufpassen sollen. So war es doch gedacht, nicht, Püppchen?!

Und gerade, als sie das denkt, und sich nach der verzweifelten Suchaktion auf allen vieren am Boden wieder aufrichtet, entdeckt sie den T.Dog. Auf dem Tisch! Der Schlüssel hängt, ganz wie nach Plan, an der Kette an seinem Knochen.

RRRRRRRRRRRUMMS! fällt ihr ein Stein vom Herzen.

Danke, danke, danke, mein bestes Püppchen für den T.Dog!!!

Uff. Was für ein Schock. Marty ist gleich vom Sessel gefallen. Naja, vielleicht wars auch der Alkohol?

Egal. Erleichtert können wir den Abend nun fortsetzen. Auch wenn der Barkeeper oben ein Schuft ist und auch auf Börgas liebste Fragen und Ausführungen hin kein Bier mehr rausrücken will. Ist mir egal, sagt er, während er sein eingenommenes Geld zählt. Kapitalistischer Arsch, denkt Börga.

Wir gehen zur unteren Bar und holen noch ein Bier für Marty. Und während der wohl unfreundlichste Kellner der Welt seinen Gitterschranken zuzieht, sitzen wir oben allein auf den Bänken und albern rum. Allein ist gut. Der eine oder andere Bsuff leistet uns Gesellschaft. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache.

Und eigentlich darf Börga gar nicht reden. Ist sie doch die nächste, die vor lauter Betrunkenheit unsanft auf dem Boden landet. Gut, vielleicht war Marty auch ein bisschen Schuld daran.

Und irgendwann schaut sie auf die Uhr. Da ist es dann 5. Und Zeit zu gehen. Thank God for the keys!!!

Marty ist ein bisschen traurig. Gern hätte er, dass little Miss mit zu ihm kommt. Aber nein, ist nicht. Und ausnahmsweise muss sie mal kein schlechtes Gewissen haben. Denn 1. hat sie ihm schon ganz am Anfang gesagt, dass sie einen Freund hat. Und 2., Himmel, bei den Ansichten? Der Mensch hat immer recht? Ä-ä. Is nicht. Denn der Mensch ist dem Irrtum Untertan, mein Guter. Ein Bussi und baba und fall net.

Schön war’s, aber heim geht sie eben lieber allein.

Die U-Bahn würde zwar schon fahren, aber die müde little Miss Unemployed ist dekadent und leistet sich ein Taxi.

Und geht nochmal Gassi. Und ins Bett. Hui, 6 Uhr morgens. Nice. Gut, dass sie den Schlüssel nicht verloren hat, denkt sie beim Einschlafen.

Als sie aufwacht, ist der Kater kaum zu spüren. Sie erledigt ihre Dinge und so gegen halb 4 meldet sich der Schatz.

Irgendwie sind wir heute nicht so ganz harmonisch. Aber es gibt leckere Pestonudeln und ein Hörspiel, da gehts dann wieder halbwegs. Und dann müssen wir uns beeilen. Die Schwester hat nämlich ins Kino geladen.

Jej, kitschig/teenromantischer Vampirfilm. Muss ich mehr sagen:

twilight-movie-poster

Wobei, gefallen tun ihr die Schauspieler ja schon. Und das Filmbild ist sehr ästhetisch. Erinnert auch nur manchmal an Diesel-Anzeigen oder Autowerbungen. Gut, die Story ist ein bisschen lahm. Doch mag sein, dass kleine Mädchen sich Vampire so romantisch vorstellen.

Apropos kleine Mädchen, ist Kristen Stewart eigentlich die neue Rory??

kristen-stewart2

alexis-bledel-gg02

Sehr ähnlicher Typ, oder? Das ist dann also der Typ Mädchen in den ’00ern. Da bin ich ganz allein draufgekommen. Oder stehts schon in den Seitenblicken?? Püppchen?

Aber weiter im Text. Die Schwester und little Miss haben den Spaß ihres Lebens im Kino.

Edward auf der großen Leinwand, dramatische Musik, Schlüsselszene, er schreit aufgebracht:

ICH BIN DEIN KILLER!!!

Börga zu Schwester: Ihr was? Ihr Kellner?

*bruuhaaaar*

Gut, vielleicht hätte man dabei sein müssen. Aber L., der dabei war, fands auch nicht lustig :o(

Entriss little Miss vielmehr seine Hand und zischte: Pssssscht!

Ihr wisst, was jetzt kommt:

NIE DARF MAN MAL EIN BISSCHEN SPASS HABEN!!!!

Tzz. Und trotzdem ist sie lieb. Denn nach dem Film gibts Cocktails. Yummy, Sex on the beach mit Cocktailkirsche. Ein völlig unterschätztes Abendessen.

Zurück zu Hause gibts noch ein Hörspiel, vor dem sich little Miss als sehr kleine little Miss mal ziemlich gefürchtet hat. Und jetzt? Peanuts. Um nicht zu sagen: Pumpernickel!

Und der Schatz geht des nächtens heim und schenkt little Miss 1 x richtig ausschlafen. Die kleine hungrige Nervbacke von Hund nimmt er nämlich mit :-} Nix mehr mit Pfotenattacke und freudigem Gewedel am Morgen. Nur Schlaf, Schlaf, Schlaf.

Und morgendliches Lesen, welch ein Luxus. Das neue Buch nämlich: Easter Parade. Me like it!

Tja, und dann am Abend noch mehr Gruselhörspiele, Backgammon mit sich selbst und lecker lecker Essen vom Chinamann.

Eigentlich sehr nett, dieses Nichtstun.

:o)

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2 Kommentare

  1. magdasagt said,

    endlich wieder börga. und sie klingt gut! fein fein fein.

    sehen wir uns morgen? ja? ja!

  2. magdasagt said,

    hej sie, heute TALE???? schon, gell?? JA!

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