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März 18, 2009 at 23:15 (Uncategorized)

Da war sie seit Tagen nicht zuhaus. Und ausgerechnet heute.

Nachdem sie sich sehr gehetzt eine Präsentationsmappe zugelegt hat (die höchstwahrscheinlich ein hübscher Fehlkauf war).

Sie sich heimbeeilt und in 7 Rekordminuten duscht.

Besuch empfängt und einkaufen geht.

Gerade heute …

Als wir anfangen zu kochen, 3 Kracher aus der Nachbarwohnung.

Waren das jetzt Schüsse? fragt little Miss erschrocken, und lässt die Socke fallen, die sie eben in die Waschmaschine legen wollte.

Da kracht es wieder. Und wieder. Und wieder.

ICH BRING EUCH ALLE UM! JEDEN IN DIESEM SCHEISSHAUS BRING ICH UM! schreit der Nachbar durch die Wand.

Guten Tag, Gemeindebau.

Little Miss fürchtet sich und hält den Hund fest. Was tun? Polizei rufen? Auf jeden Fall am Boden bleiben.

Aus der Nachbarwohnung kracht es erneut.

ALLE ALLE ALLE BRING ICH UM! UND SIE ALS ERSTES! kreischt der Nachbar.

Dann ist es still.

L. späht durch den Türspion. Eine Frau kommt aus der Wohnung. Das Handy in der Hand. Ich geh jetzt, sagt sie.

Little Miss‘ Herz rast.

Und dann hört man die Sirenen. Und dann kommt die Polizei. Und gleich eine ganze Menge davon. Teilweise in Kampfanzügen. Mit Helmen.

Little Miss reißt sich zusammen und spenzt – ganz das Gemeindebaukind – durch den Türspion. L. steht neben ihr, das Glas an die Tür gepresst.

Woran erkennt man, dass das kein böser Traum ist?

Die Polizei steht zu fünft am Gang und die Beamten scherzen miteinander.

Das ist Wien.

Nach einer Ewigkeit wird gestürmt.

DASCHIESSTS MICH! DASCHIESSTS MICH! kreischt der Nachbar.

Eine weitere Ewigkeit passiert gar nichts, außer dass es die Kollegen recht lustig am Gang haben. Einen Hund haben sie auch.

Und dann kommen die Leute in den orangen Westen.

Ein Blick aus dem Fenster.

Da draußen steht er. Versammelt auf der Straße, der Gemeindebau. Die Augen gespannt aufs Haus gerichtet.

Der Nachbar wird abgeführt und in den Krankenwagen Richtung Baumgartner Höhe verfrachtet. Die Frau steigt mit ein.

Little Miss geht nach unten.

Da trifft sie die Hausmeisterin.

Na, der hot net gschossen. Randaliert hot er. Wahrscheinlich zvü trunken. Des kennt ma doch. Owa komisch, der wor do immer so ruhig. Und hüfsbereit. Najo. ‚S is jo vorbei, Se kennan scho zrück gehjn zaus.

Hmm.

Little Miss beruhigt sich wieder ein bisschen.

Nur eine Frage beschäftigt sie.

Wird die Hausmeisterin auch in Zukunft nach dem Putzen die Türmatte des Nachbarn wieder hübsch hinlegen???

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2 Kommentare

  1. kittynn said,

    Unvorstellbar, ich hätte wahrscheinlich tagelang Angst davor, nur an der Nachbarstür vorbeizugehen…

  2. Die Schwester said,

    Ein Wahnsinn!
    Und das meinem Schwesterutzi! :(((
    Pass bloß auf dich auf … die spinnen, die Gemeindebauer! ;(

    Hab’s ja schon immer gesagt. Bin ich froh, dass dir nix passiert ist – und dass ich aus diesen Casae de Gsindl weg bin …
    Zum Glück hast du nen Hund.
    Wenn’s dir ein Trost ist – ich fand es sehr spannend geschildert, auch wenn ich die Geschichte von live ja schon kannte …

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