*horn-bye*

Juli 28, 2011 at 19:30 (Literatur)

Habe Nick Hornby’s „How To Be Good“ durch. Die schlechte Nachricht ist: ich weiß immer noch nicht, wie mans anstellt. Ich habe einen Sokrates-Moment. Nur ist „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ bei mir eher ein „Je mehr Bücher ich lese, umso dümmer fühle ich mich“. Im Ernst. Also, dieses „How To Be Good“ — eine sehr nette Geschichte, die erneut Einblicke in eine zerrüttete Beziehung liefert (ist das das aktuelle Thema in meinem Leben? Abgesehen von der Literatur Gott sei dank nicht!) Worauf ich hinaus will: für mich ist das eine tolle Geschichte, sie hat bloß keine Klammer. Wenn ich das Buch zuklappe, bin ich danach nicht schlauer als vorher. Ich wurde eine Weile lang gut unterhalten, konnte mich mit der Hauptdarstellerin anfreunden und alles, Aber als ich bei der letzten Seite ankomme, bin ich enttäuscht.

Was soll das für ein Ende sein? Was ist das bloß für ein Ende?

Fast hätte ich damit gerechnet, dass D. in den letzten paar Zeilen aus dem Fenster fällt. Aber nein. Das letzte Bild ist die Sintflut, angesichts des strömenden Regens draußen wenigstens ein Bild, mit dem ich mich identifizieren kann.

Der Sommer 2011 war so elendiglich verregnet, sogar in den Büchern hat es geregnet.

Mann.

Also, was sagt mir dieses Buch jetzt? GoodNews ist gescheitert, wir können die Welt nicht verbessern, am Ende kommt nur die Sintflut, die all unsere Sünden wegwäscht?

Hm.

Ich frage mich, ob es eine Bezeichnung für Leute wie mich gibt — Leser, die pingelig werden, wenn es ums Ende des Buches geht.

Hat nicht schon mal jemand gesagt, dass es verdammt schwierig ist, ein Buch zufriedenstellend zu beenden?
Das unterschreib ich sofort.

Es gibt eine These, die besagt, dass Kinder geboren werden, sobald sie ein Enzym produzieren, das dem Mutterkörper signalisiert, dass sie jetzt bereit sind.

War es bei Nick Hornby falscher Alarm? Oder war das Enzym nur so dezent, dass es nur der Autor, nicht aber der Leser bemerkt hat? Also, ich hätte dieses Buch nicht so einfach an dieser Stelle enden lassen können.

Aber — und hier schließt sich der Kreis — je mehr Bücher ich lese, umso öfter habe ich das Gefühl, dass ich einfach nicht smart genug bin, alle Symbole richtig zu deuten und die versteckte Lehre aus dem Buch zu ziehen. Ich bekomme den Moment nicht mit, an dem sich der Autor denkt: so, jetzt ist alles gesagt. Braucht es einen Holzhammer, damit ich es verstehe?

Gegenthese: Es gibt einfach einen Haufen unfähiger Autoren und ich sollte nicht ständig die Schuld bei mir suchen, wie so ein ängstlicher Untertan, der dem Kaiser ohne Kleider gegenübersteht. (wow, wenigstens diese Geschichte hab ich kapiert.)

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