*primality*

Oktober 28, 2011 at 18:36 (Literatur)

Heute mal wieder ein bisschen Literatur.

Paolo Giordano — Die Einsamkeit der Primzahlen

Italiens meistverkauftes Buch im Jahr 2008, er mit 26 der  jüngste Preisträger in der über 60-jährigen Geschichte des wichtigsten Literaturpreises Italiens, des Premio Strega. (*möff* hör ich die Schwester unken).

Und ja, es ist deprimierender Stoff … nur ein Tag, der das ganze restliche Leben bestimmt. Und ja, es ist unglaublich, wie er selbst diesen schweren Stoff beschreibt. Aber *seufz* ich muss schon wieder nörgeln, weil ich es hasse, wenn mich Autoren mit lauter offenen Fragen zurücklassen. (das hab ich hier, glaub ich, schon mal erwähnt.)

Jaa, ja, ich weiß, das ist doch schön, wenn man sich seine eigenen Gedanken dazu machen kann, bla bla.

Mich nervt’s halt. Als Autor ist man seiner Leserschaft ein paar Antworten schuldig — meine Meinung. Sonst braucht man ja gar nicht erst anzufangen …

Aber ich bin schon still. Ein paar Stellen sind ja wirklich sehr schön … und die will ich euch nicht vorenthalten.

„Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.“

„Sie lächelten nicht und blickten in verschiedene Richtungen, als sie das Zimmer betraten, doch sie hielten einander fest an den Händen, und so war es, als flössen ihre Körper durch die sich berührenden Arme und Finger unablässig ineinander über.“

„Er hätte ihr gern gesagt, dass er lernte, weil er dabei allein sein konnte, weil alle Dinge, die man lernte, bereits tot, kalt und durchgekaut waren. Er häte ihr gern gesagt, dass die Seiten der Schulbücher alle die gleiche Temperatur hatten, dass sie einem Zeit ließen, sich zu entscheiden, dass sie einem nie wehtaten und man selbst ihnen auch nichts antun konnte. Doch er schwieg.“

„Während er sich von ihr mitreißen ließ, glitten seine Füße lautlos über den Fußboden, und seine Narben lagen verborgen und beschützt in ihrer Hand.“

„Jeden Mittwoch kratzte er diese Rinne um einige Bruchteile von Millimetern tiefer aus, aber sein ganzes Leben würde nicht reichen, um den Durchbruch zur anderen Seite zu schaffen.“

„Mittlerweile hatte er es verstanden: Entscheidungen wurden innerhalb weniger Sekunden getroffen, und in der übrigen Zeit schlug man sich mit den Folgen herum.“

„Mittlerweile fühlte sie sich auch gebunden an diesen Ort, hing an ihm mit einer Hartnäckigkeit, mit der man sich nur an Dinge klammert, die einem wehtun.“

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Ich kann über das Ende eigentlich gar nicht viel sagen. Die Seiten werden weniger und weniger und man liest schneller und schneller … es muss doch passieren, es muss doch gesagt, muss doch aufgelöst werden … so verbissen liest man, dass man im Grunde gar nicht mitbekommt, was da eigentlich passiert. Es ist nicht stark genug, wirkt eher irgendwie hingebogen, und plötzlich ist die letzte Seite erreicht. Und du sitzt da mit deinen losen Enden und denkst nur: WTF? Meint er das ernst? Einfach vorbei? … Enttäuschend.

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Dabei: Als Jungschriftsteller erfolgreich UND gut aussehend, wie soll man diesen Mann mögen?! *fg*

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Ich bin gespannt, wie mir der Film gefallen wird. Immerhin sind die Katzen dieser Welt in diesem Fall relativ sicher …

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Und, Achtung, Themenwechsel: Finally gibt es News zum Tod von Amy Winehouse. 3 bottles of Vodka, … oh my!

Da bin ich ja irgendwie froh, dass mein Magen sich auf das Resoluteste zur Wehr setzen würde, allein schon beim Versuch, ihn derart zu vergiften.

Dennoch: Three Bottles of Vodka wäre ein großartiger Titel für einen Amy Winehouse Tribute Song …!

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1 Kommentar

  1. Die Schwester said,

    Ich sage hui und oi und will ich das lesen? Bin unsicher … sehr motivierend ist das nicht. Will man vielleicht zuerst den Film gucken? Wer spielt da mit? Übrigens grad am Fertigwerden mit „After River“ und my oh my, you’d like that i guess. Ure spannend!

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