*veer*

März 20, 2012 at 15:01 (Lebenslektionen)

Zugegeben, angesichts dessen, wie ich meine Jugend verbracht habe, müsste ich mich genieren, wenn mir so etwas gefällt.

Andererseits, da, wo ich meine Jugend verbracht habe, war auch arbeiten verpönt.

Wen juckt es also, dass ich heute beim Arbeiten DAZU mit dem Köpfchen wackle?

Niemanden! Meine Richter sind tot, ihre Werte vergessen.

Und ist man nicht erst dann wirklich frei, wenn man sich nach niemandem mehr richten muss?

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*hope*

Oktober 12, 2011 at 10:38 (Hörbuch, Lebenslektionen, Literatur)

Immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, … fällt Dir ein, wie viele Bücher es da draußen gibt, die Du unbedingt noch lesen willst! ;o)

Btw: Krimi-Hörspiele sind toll!

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*burst*

September 15, 2011 at 17:00 (Lebenslektionen)

… and >pop<, there goes the dream!

tja, Herr W., da haben wir wohl beide ein Loser-Jahr. Ich bin traurig und wütend, aber gut darin, es mir nicht anmerken zu lassen. Wirklich scheiße ist halt, dass man nicht gesagt bekommt, woran’s gelegen hat.

Karma kann’s ja jetz nicht sein, oder?

Vielleicht war ich mir meiner Sache einfach zu sicher.

As I said, ich bin nicht gut mit diesen Listen. Das hat noch nie funktioniert.

Aber man muss deswegen ja nicht gleich einen Weltkrieg vom Zaun brechen.

Oder?

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*balanced*

Juli 12, 2011 at 10:25 (Lebenslektionen, Literatur)

Little Miss ist glücklich.

Nach 3 Jahren endlich die kaputten Spitzen ab, zu einem sehr moderaten Preis. Und von einer gut aussehenden Alternativ-Friseuse gemacht. Toll!

Und danach Anziehsachen eingekauft. Lauter schönes Zeug um minus fünfzig Prozent. Yay! Mag es gar nicht mehr ausziehen, so fein.

Tja, und dann nachts ab ins Paradies. Feine Party, konnte durchaus mit Portugal mithalten! Und was für ein geiles Bild:

Ziemlich cool auch: Pro Person 50 Eusen Eintritt gespart. Hehehe.

Dazu wieder mal viel über mich selbst gelernt. Interessant auch: Wenn sich die Angst manifestiert und man trotzdem verschont bleibt — wem dankt man, zu wem betet man, wenn man gerade frisch aus der Kirche ausgetreten ist?

Zum Glück gut zuhause angekommen gab’s dann eine neue Lektion in Sachen Kunst. Dalí ist großartig! Vielleicht sollt ich den in Zukunft anbeten?

Tja, und dann hab ich auch noch eine Lese-Challenge angenommen. Nachdem die Schwester in Fuerteventura weilt, muss ich die beiden Bücher, die ich erst gestern bekommen hab, vor Freitag fertig haben, weil da müssen sie in die Bücherei zurück. Wird sie es schaffen, wird sie?

Besser gleich ranmachen! Kommt her, ihr Buchstaben, kommt her! Lasst euch lesen!

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*bunny*fun*

Juli 7, 2011 at 22:56 (Lebenslektionen)

mission ACCOMPLISHED.

Das Glück ist ein Vogerl Häschen.

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*baby*thoughts*

Juni 12, 2011 at 12:03 (Family, Lebenslektionen)

Lese gerade die neue Maxima, im Konkreten den Artikel „Freiheit oder Kinder“. Sehr spannend!

Die Gründe, die gegen Kinder sprechen, sind vielfältig.

„Manche Frauen glauben, den hohen Ansprüchen an sich selbst als Mutter und Ehefrau nicht genügen zu können.“

„… oder sie (die Frau) fühlt sich selbst noch als Kind, das beschützt und umsorgt werden möchte.“

Als ich umblättere, merke ich, dass ich die Zeitschrift in einen Fleck Currysauce gelegt habe `~´

Fazit: Solange ich es noch selbst schaffe alles vollzupatzen, ist dafür wohl noch Zeit …

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*______ (???) makes the world go round*

Januar 21, 2011 at 16:58 (Film, Lebenslektionen)

Haben es gestern gerade noch rechtzeitig zur Premiere vom neuen Zeitgeist (ZEITGEIST 3, Moving Forward) geschafft.

An der Kassa eine neue Lebenslektion:

Wer kämpft kann verlieren.
Wer nicht kämpft … hat schon gewonnen.

Hätten wir es nämlich auf regulärem Weg versucht, würden wir noch heute mit der Kassentante diskutieren. Und so hatten wir einen, zwar durch zwei geteilten aber doch recht netten, Platz am Balkon. Aber das nur am Rande.

Erstmal uff. Denn dieser Film ist mit 160 Minuten ein ganz schöner Brocken. Und was da alles vorkommt. Genetik, Umwelteinflüsse, Veränderungen, Statistiken, ob das BIP etwas übers Glücklichsein aussagt … und was alles schiefläuft.

Ich sag nur:

Naja. Fakt ist: Geld ist eine Idee. Schulden sind eine Idee. Zinsen sind fiktives Geld. Und nur durch Schuld wird Geld geboren.

Diese Erfindung war wohl nicht die beste aller Ideen. Aber wer hätte das voraussehen können?

Was ich mich ja immer frage: Wenn die Menschheit eine zweite Chance hätte, also quasi in der Evolution wieder bei Null anfangen könnte — würde das Geld noch einmal erfunden werden? Ist die Einrichtung Geld so etwas wie eine logische Konsequenz?

Nach dem ersten Teil des Films jedenfalls mal kurze Pause. Und little Miss echauffiert sich ganz schön. Denn mit dem Finger auf ein (halbwegs) funktionierendes System zu zeigen und zu sagen: hier ist ein Missstand, dieses ist schlecht, die Wirtschaft arbeitet nicht mehr effizient, Arm-Reich-Verteilung alles am Arsch, wo ist die Gerechtigkeit; es ist unfair, dass Börsenmakler, ohne auch nur den geringsten positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, immer reicher und reicher werden …

das ist ja leicht. Sich aufregen ist immer leicht. Aber was wir brauchen, das sind Antworten. Alternativen. Lösungen für unseren in den Dreck gefahrenen Karren.

Das Problem ist nur: Ich wüsste keine.

Und selbst wenn ich eine Lösung wüsste, hätte ich viel zu viel Angst, sie vorzuschlagen oder umzusetzen. Weil ich mir nicht zutraue, alle Aspekte und Faktoren eines neuen Systems zu bedenken. Und schon ein kleiner Denkfehler bei der Erschaffung einer neuen Welt könnte sich ganz entsetzlich auswirken und verheerende Folgen haben.

Und wer wäre dann schuld? Auf wen würde man mit dem Finger zeigen?

The one who had the idea in the first place.

Die ganze Pause hindurch rege ich mich also auf, dass das nur ein weiterer Film ist, der anprangert, ohne mit einer funktionierenden Alternative aufwarten zu können.

Und dann kam der zweite Teil.

Hui.

Sehr lehrreich. Ich zum Beispiel wusste nicht, dass es in der Zwischenzeit tatsächlich 3D-Drucker gibt. GEILE SCHEISSE, sag ich da nur. Allein die Vorstellung, dass man sich den Modellplan aus dem Internet holt und dann das gewünschte Objekt einfach dreidimensional ausdruckt — da klingeln bei mir die Zukunftsglocken. Und wenn man mal kein Geschenk für jemanden hat, lässt man seinen RepRap einfach ein Duplikat seiner selbst anfertigen. Irre. Für mehr Info klick mal hier.
(Wobei: lehrt uns ZG nicht gleichzeitig, dass Plastik aus Erdöl gewonnen wird, das es bald nicht mehr geben wird?)

Zeitgeist geht aber noch weiter. Ausgehend davon, dass bei der zukünftigen Stadtplanung vor allem die Ressourcen(verteilung) und deren nachhaltiger Einsatz im Mittelpunkt unseres Denkens stehen sollten, stellt der Film ein neues Städtemodell vor. Naja, neu. Scheint, als hätte Jacque Fresco diese Idee schon vor langer langer Zeit gehabt.

In den Grundzügen: Eine vollautomatisierte Welt. Arbeit ist überflüssig, Geld ist überflüssig.

Städte sind kreisförmig (Amsterdam!), im Zentrum große Server, die alles steuern. Dazu Bildungseinrichtungen.
Und das Beste:  Gebaut werden diese Städte von Maschinen.

Wer wird die neue Welt bauen, wenn nicht Du und ich? – Naja, die Maschine.

Sieht fertig dann in etwa so aus:

Erinnert ein bisschen an Kornkreise, findet ihr nicht? Was ich mir jedenfalls im ersten Moment gedacht habe: das ist zwar alles gut und schön mit der Vorstellung, dass es dann keine Kriege und Waffen und Kriminalität mehr gibt und so, aber was wenn doch? Ist ein solches Stadtmodell nicht irrsinnig verwundbar? Man stelle sich nur mal kurz vor, dass das Zentrum zerstört wird. Das Zentrum, in dem das computerisierte Herz der Stadt sitzt. Wenn das mal ausgeschaltet ist, dann gibt es auch keine Versorgung mit Nahrungsmitteln mehr — und eigentlich müsste auch alles andere auf der Stelle zusammenbrechen.

Und ein weiterer angesprochener Punkt: Nachdem alles vollautomatisiert ist, gäbe es in der Theorie auch keine Notwendigkeit mehr für die Arbeit. Menschen machen schließlich Fehler, Maschinen nicht. Wenn man diesen Gedanken jetzt weiterspinnt, drängen sich mir gleich mal viele Fragen auf. Zum Beispiel:

1. Was macht man dann den ganzen Tag?
Nicht, dass man nichts mit sich anzufangen wüsste, aber wo sammelt man seine Erfolgserlebnisse, worauf steuert man hin? Es ist wie mit Arbeitslosigkeit jetzt, man kriegt sein Geld und alles, aber im Laufe der Zeit wird einem einfach fad. Ein Mensch ohne Tätigkeit ist langfristig gesehen unglücklich.
Also, ich meine jetzt nicht die Arbeit um der Arbeit willen, sondern die, die man wirklich gerne macht (meistens).

2. Was passiert mit all dem Wissen und der Erfahrung, traditionellem Handwerk usw.? Alles null und nichtig?

3. Würde ich mich statt von einem menschlichen Arzt von einem Roboter am offenen Herzen operieren lassen wollen?

Nunja, Jacque Fresco meinte ja, dass man vielleicht ein anderes Belohnungssystem hätte. Aber, wenn die Versorgung geregelt ist und alle gleich viel haben — welchen Ansporn hätte ein Arzt, weiterhin seine 60 Stunden/Woche zu arbeiten? Das hohe Ansehen, das er in der Gemeinschaft genießt? Die Freude daran, etwas Nützliches für die Gemeinschaft zu tun?

Wäre das allein Ansporn genug?

Ich fühle mich ehrlichgesagt an die Diskussionen erinnert, die wir damals über Anarchie führten. Und die Enttäuschung, als uns klar wurde, dass Gesetzlosigkeit nur auf das Recht des Stärkeren hinauslaufen würde.

Aber zurück zum Venus Project: Bewegen wir uns mit dieser ganzen Technokratisierung nicht noch weiter von unserer Natur weg?

Wenn ich mir den Nahrungsmittelanbau da so anschaue, dann schüttelt’s mich. Hohe Türme, Glasfassade, in jedem Stockwerk Gemüsebeete …

Kann das funktionieren? Kriegen die da überhaupt genug Licht? Gibt es dort auch Würmer und Ameisen? Und überhaupt …

Die nächste Frage: Wenn es heißt, die Versorgung wird gewährleistet,  indem man sich anschaut, was die Menschen brauchen … gibt es Zigaretten und Alkohol in dieser schönen neuen Welt? Oder „braucht“ man das dann auch nicht mehr? Und wenn jemand sein traditionelles Handwerk, sagen wir jetzt mal Schmiedearbeiten, weiter ausführen will? Hat er dann das Recht auf Metall?

Das ist schon der nächste Punkt: Wie bringt man einer Gesellschaft, die jahrzehntelang zum Konsum erzogen worden ist, plötzlich den Verzicht bei?

Das mit den Leihgütern ist in der Theorie natürlich ein guter Ansatz , also, dass es wie in der Bücherei zugeht, man holt sich zum Beispiel ein Auto, fährt 45 Minuten und wenn man es nicht mehr braucht, dann bringt man es zurück …

ABER: Jetzt bring mal Leuten bei, dass sie in Zukunft auf den Luxus und die Freiheit eines eigenen Autos verzichten müssen …

Und warum würde man die Karre pünktlich zurückbringen, wenn man kein Bußgeld befürchten muss, wenn mans nicht tut? Was wäre das große Incentive? Der Wunsch, sich sozial zu verhalten und auf die Bedürfnisse seiner Mitmenschen einzugehen ….?

Äh, we’re still talking about people here.

Dazu muss man nicht mal ein wahnsinnig asozialer Mensch sein, dass man die eigenen Bedürfnisse mitunter über die der anderen stellt.

Anyway, trotz allem ein spannender Film, weil er zum Nachdenken anregt.

Und, hab ichs nicht am Anfang gesagt: Ein neues Städte- und Lebensmodell zu entwickeln ist deshalb so schwierig, weil man so unfassbar viele Faktoren bedenken muss. Nicht zuletzt: Wird es auch den anderen Menschen gefallen?

Halb verhungert war ich, aus großem Interesse bin ich dann aber doch noch zur an den Film anschließenden Podiumsdiskussion geblieben.

Und, wie erwartet, da zermartert man sich das Hirn, um den Menschen eine schöne neue Welt zu bieten und was ist? Sie meckern! ;o>

Siehe auch hier: http://www.livestream.com/movingforward

Ganz unrecht hatte sie nicht, die Feministin links vorne, als sie sagte: „Und warum überlegen sich nur nordamerikanische weiße Männer die neue Welt?“

Weil, wenn man näher recherchiert, dann erfährt man recht schnell aus dem Internet, dass Jacques Fresco das Venus Project nicht alleine, sondern in Zusammenarbeit mit Roxanne Meadows entwickelt hat.

Warum wird sie im Film mit keinem Wort erwähnt? Warum kommt sie nicht selbst zu Wort? Redet überhaupt auch nur eine Frau in diesem Film mit?

Einerseits nerven mich Feministinnen manchmal, weil ich oft das Gefühl habe, dass sie mit ihrem immer gleichen Thema, ihrem ständigen Ruf nach Gleichberechtigung, nur noch weiter dazu beitragen, sich vom Kern des aktuell diskutierten Themas wegzubewegen. Und bei einer solchen Informationsflut wie bei Zeitgeist ist es ohnehin schwierig, alle Aspekte im Auge zu behalten. Auf der anderen Seite: Hat little Miss Feminism nicht recht?

Die Quintessenz ist dann wohl: Bei der Planung eines neuen Lebensumfeldes müssten alle mitreden dürfen, die darin leben sollen.

Und was passiert eigentlich mit unseren bisherigen Städten? Kulturerbe und so, dem Erdboden gleichgemacht? Wo wohnen die Menschen, während die Maschinen die neuen Städte bauen? Und wie viel Zeit bleibt uns eigentlich noch?

Sehr eindrucksvoll war jedenfalls die „Götterdämmerung“ am Schluss. Wir alle werfen das Geld auf einen großen Haufen. Take it back, we don’t need that crap anymore.
Der Polizist rüstet auf Befehl ab …

und dann … ja, was dann?

///???///

Toller Film jedenfalls. Bietet jede Menge Denk- und Gesprächsstoff. Schaue ihn mir sicher noch einmal an. Aber dann häppchenweise.

Mehr Info gibt es übrigens hier:
http://zeitgeist-movement.at/

///

Zum Schluss möchte ich gestehen: Ganz abgeneigt bin ich ja eigentlich nicht. Also, man soll ja nichts verdammen, was man sich nicht zumindest mal angesehen hat. Der Kapitalismus ist ja auch nicht nur das Gelbe vom Ei.

Insofern würde ich da gern mal Urlaub machen, in der schönen neuen Welt. Ich gehe da als Freiwillige für einen Monat hin und dann erzähl ich euch, wie das so ist, okay?

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*olden*

Oktober 28, 2010 at 13:29 (Lebenslektionen, Literatur)

Langsam aber sicher — fühle mich alt.

Der interne Speicher meldet, dass er die Hälfte der wilden Jugend löschen muss, wenn da noch mehr erlebt werden soll. Erschreckend.

Und es wird jeden Tag mehr. Mehr, mehr, mehr. Informationsüberflut.

Wer kann das aushalten?

Und — ist das ein Phänomen der digitalen Revolutionsära? Ist das Internet mit seinen unendlichen Wissensweiten  und -untiefen daran schuld? Oder ging es den Leuten schon immer so, wenn sie die magische quarter-life-Grenze überschritten haben?

Andererseits, früher lag die Lebenserwartung bei etwa 30. Da ist natürlich ein Leichtes zu sagen: bis dass der Tod uns scheidet. Aber heute?

Heute muss ich mich wohl erstmal von vielen schönen Erinnerungen verabschieden, damit Platz für all die Tweets und FB-Statusmeldungen geschaffen wird.

Ich habe es ja knapp nicht geschafft, in der Generation digital native geboren zu werden.

Vielleicht wäre es dann leichter?

Ich weiß, dass ich nichts weiß? Hmm. Aber ich weiß, wo ich nachschauen kann. Egal zu welchem Thema, irgendwer da draußen hat sich schon damit beschäftigt und Zeit und Mühe aufgebracht, darüber zu schreiben. Ob akribische Episodenguides oder extrem spezielles Fachwissen — irgendwer da draußen ist nicht ausgegangen, hat nicht gearbeitet, hat Wäsche aufhängen auf später verschoben, nur um mir Wissen zur Verfügung zu stellen — sollte es mich denn jemals interessieren.

Get a life? Pah! Wie leer wäre das Internet ohne die vielen fleißigen Nerds da draußen, die es eifrig befüllen??

Danke müsste man sagen, danke.

Und so sehr mir dieses System, diese Organisation, dieses Weltbild Internet gefällt — so sehr erschreckt es mich auch. Manchmal wünscht man sich wirklich, eine Auszeit zu nehmen, offline zu gehen, irgendwohin wo man sich diese digitale Abhängigkeit wieder abgewöhnt, sich jeden Tag den gottverdammten Sonnenaufgang anschaut und gut ists.

Vielleicht mit einem guten Buch?

Wie wärs mit Henry David Thoreau’s Walden? Leben in den Wäldern, leben abseits von click und pling und aa-o.

Btw: Bin draufgekommen, dass Tommy Jauds Millionär der 2. Teil von Vollidiot ist. Warum schreiben die denn das nicht drauf, verflixt? (Äääh — hätte ich es vorher googeln müssen?)

Anyway — großartig. Wieder so ein Buch, das dazu führt, dass man nachts beim Lesen noch das Echo des eigenen Lachens hört.

Sehr gut bis jetzt auch Ralf Husmann — Vorsicht vor Leuten. Christoph Maria Herbst liest Hörbücher superb!!!

Sehr verstörend dagegen das Hörspiel „Lolita“, basierend auf Vladimir Nabokovs berühmtem Roman. Btw: Humbert Humbert war in den 40er Jahren Werbetexter …

Org jedenfalls, das Hörspiel. Perversion zum mitleben und -leiden.

„Gestern noch war ich ein unschuldiges Gänseblümchen — nun sieh, was Du aus mir gemacht hast!“

Zugute halten muss man Onkelchen Internet aber auch, dass verdammt Interessantes jederzeit verfügbar ist. Zum Beispiel das zu Lolita inspirierende Gedicht von Edgar Allen Poe.

ANNABELLE LEE

It was many and many a year ago,
In a kingdom by the sea,
That a maiden there lived whom you may know
By the name of Annabel Lee;
And this maiden she lived with no other thought
Than to love and be loved by me.

I was a child and she was a child,
In this kingdom by the sea;
But we loved with a love that was more than love –
I and my Annabel Lee;
With a love that the winged seraphs of heaven
Coveted her and me.
And this was the reason that, long ago,
In this kingdom by the sea,
A wind blew out of a cloud, chilling
My beautiful Annabel Lee;
So that her highborn kinsman came
And bore her away from me,
To shut her up in a sepulcher
In this kingdom by the sea.
The angels, not half so happy in heaven,
Went envying her and me
Yes! that was the reason
(as all men know,
In this kingdom by the sea)
That the wind came out of the cloud by night,
Chilling and killing my Annabel Lee.

But our love was stronger by far than the love
Of those who were older than we
Of many far wiser than we
And neither the angels in heaven above,
Nor the demons down under the sea,
Can ever dissever my soul from the soul
Of the beautiful Annabel Lee.
For the moon never beams without bringing me dreams
Of the beautiful Annabel Lee;
And the stars never rise but I feel the bright eyes
Of the beautiful Annabel Lee;
And so, all the night-tide, I lie down by the side
Of my darling, my darling, my life and my bride,
In the sepulcher there by the sea,
In her tomb by the sounding sea.

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*between the devil and the deep blue sea*

Juni 29, 2009 at 09:33 (Lebenslektionen)

Die Prüfung ist vorbei, doch little Miss ist immer noch haunted. Schirch ist das, wenn Dich die Umsatzrentabilität bis in den Schlaf verfolgt. Mal ganz abgesehen von all den anderen Traumbildern. Spooky. Es geht mir gut, und vielleicht auch nicht. Double pleasure equals double pain. Glücklich und sehnsüchtig gleichzeitig. Ein Zustand, den kennen wir doch schon. Eine Sehnsucht, die einen zerfrisst … während man glücklich ist. Und Entscheidungen, immer wieder Entscheidungen. Jedes „Ja“, jedes „Nein“ macht Dich aus. Du bist, was Du tust.

Und kann man eigentlich immer vernünftig sein? Gibt es jemanden, der das kann? Kommt nicht bei jedem irgendwann der Punkt, an dem er sich denkt, scheiß drauf, unvernünftig sein verspricht viel mehr Vergnügen? Das muss ja irgendwann passieren. Sobald der letzte Unsinn zu lange her ist. Und man vergessen hat, wie reuig man sich fühlt, wenn man sich selbst in die Scheiße navigiert hat. Und man schwört sich: das kommt nicht mehr vor. Beim nächsten Mal bin ich schlauer. Sowas passiert mir nicht mehr.

Doch der Eindruck verblasst. Die Erkenntnis verliert an Klarheit und Bestand. Und plötzlich denkst Du Dir: warum muss ich immer perfekt sein? Warum ist mein Anspruch an mich selbst immer soooo groß? Warum gönn ich mir nicht einfach auch einmal ein klein wenig Unartigsein? Weil ich es besser weiß? Es besser wissen sollte? Doch — weiß ich es wirklich?

Das Schlimmste daran? Deep blue sea oder doch der Teufel — hat beides keine Zukunft, wenn Du so drüber nachdenkst. Und wieder weißt Du, was Du eigentlich tun solltest, wenn Du wirklich vernünftig und vor allem konsequent und tapfer genug dazu wärst. Aber nein, is nicht. Verspricht ja auch kein Vergnügen.

Short term joy, that’s what I’m looking for.

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*binding*

Februar 18, 2009 at 20:40 (Lebenslektionen)

Wenn ich groß bin, dann werde ich …

Ja, so sagt man das als kleines Mäderl oder kleiner Bursch. Tierärztin, Reitlehrer, Pilot, Polizist, Onkel Doktor, Gott.

Und man schwelgt in seinen Phantastereien. Man macht die kranke Katze wieder gesund, gibt eine Longierstunde, fliegt mal eben nach Australien. Man jagt Verbrecher, stellt Diagnosen … oder ist ganz einfach überkandidelt. :o}

Das schöne an diesen Was-will-ich-werden-Phantasien?

Sie dauern einen einzigen Tag lang. Negative Seiten gibt es nicht. Und: Man ist sofort da. Keine jahrelangen Studien, Prüfungen und Horror-Fächer wie Chemie und Mathe vonnöten. Und wenns mal keinen Spaß mehr macht? Ach, dann macht man einfach was anderes! Zirkusdompteur wär doch auch schön …

Das traurige an diesen Was-will-ich-werden-Phantasien?

Im Laufe der Zeit muss man sich von ihnen verabschieden. Die Seifenblase platzt, sobald man hört, dass man gut in Chemie sein muss, um der kranken Katze helfen zu können. Gute Augen und einen ausgeprägten Orientierungssinn braucht, um Pilot zu werden. Von den unzähligen Flugstunden mal ganz zu schweigen.

Welches Kind denkt daran, dass es in jedem Beruf langweilige Seiten gibt? Dass auch der tolle Polizistenheld und der clevere Onkel Doktor öden Papierkram erledigen müssen. Und dass es Tage gibt, an denen dich dein ganzer Beruf ankotzt nicht freut.

Dann macht man eben etwas anderes, sagt das Kind unbeirrt.

Und Börga sagt: Kind, du hast ja keine Ahnung.

Wie schön wäre es, ein Pretender sein zu können.

Heute back ich, morgen brat ich.

Aber is nich.

Sobald du über den kleinen-Mädchen-Status hinaus bist, mein liebes Kind, musst du lernen, Entscheidungen zu treffen. Und, damit nicht genug, du musst lernen mit deinen Entscheidungen zu leben. Und nicht nur mit, sondern auch noch von ihnen.

Man kann schließlich nicht immer nur Kartoffeln essen.

Ist diese Erkenntnis eine Art „Vertreibung aus dem Paradies“?

Jedenfalls ist sie ziemlich hart.

Aus und vorbei die Zeiten der unbeschwerten Vorstellungen und Phantastereien.

We’ve reached a point of no return.

Nix mehr mit: will ja nur spielen.

Uff.

Und die nächste beklemmende Erkenntnis folgt auf dem Fuß.

Deine Zeit ist begrenzt.

Du kannst wohl kaum Arzt und dann Anwalt und dann Pilot und dann doch Staubsaugervertreter werden. Du wirst dich entscheiden müssen.

Und wann immer man Ja zu etwas sagt, sagt man gleichzeitig zu etwas anderem Nein.

(hatten wir das hier nicht schonmal?)

Wie auch immer, little Miss wird plötzlich klar, dass ihre Wahl mit der Zeit immer eingeschränkter wird.

Und dass in gewissem Sinne tatsächlich ein point of no return erreicht ist.

Selbst wenn sie jetzt beschließt Krankenschwester oder Elefantenpflegerin zu werden – wo auch immer sie sich vorstellen geht wird sie dazu sagen: Eigentlich bin ich ja Werbetexterin.

Ein Satz, der sie nicht mehr verlässt. Der ab jetzt genauso dazugehört wie das Muttermal neben dem Mund und die Narbe auf der Stirn.

Oder verändert sich das?

Heißt es irgendwann: Eigentlich war ich ja Werbetexterin.

Und der nächste Schritt ist dann: Hallo Dumbo, ich bin deine neue Pflegerin. Dann mal hoch mit dem Rüsselchen!

?

?

?

Wie sehr definiert man seine Persönlichkeit denn nun über seinen Beruf?

Oder kann man das so allgemein gar nicht sagen, weil das jeder anders handhabt?

Schwierig, schwierig.

Bei little Miss trifft das ja schon irgendwo zu.

Sieht sie sich momentan ja als „Werbetexterin im Exil“.

~~~

Und all diese Dinge gehen ihr durch den Kopf, wo L. sie liebenswürdigerweise allein gelassen hat und sie die Zeit an seinem Internet eigentlich nutzen wollte, um in Ruhe ihre Bewerbung(en) zu schreiben.

Hat sie natürlich nicht.

Mag sein, dass Frau Bauer recht hatte. (Ich seh schon den Kommentar: Ich hab immer recht!)

Vielleicht vergeht tatsächlich viel Zeit zwischen dem Entschluss, sich wo zu bewerben und dem Moment, wo man dann tatsächlich auf Senden klicken kann, um das fertige Ding abzuschicken.

Und: Will man überhaupt?

Ist gerade das das Richtige?

Gäbe es nichts besseres, womit man sein Geld verdienen könnte?

Noch ist man jung, noch stehen einem alle Möglichkeiten offen!

Wer immer das sagt, ahnt ja gar nicht, welche Verzweiflung einen angesichts der großen leeren Weite, der unendlichen Anzahl an Möglichkeiten ergreifen kann.

Oder, mit anderen Worten:

Martin Luther King sagt: I have a dream.

Little Miss erkennt: I need a dream.

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