*lassitude*

März 26, 2012 at 21:37 (Literatur)

Aus Marlen Haushofers – Eine Handvoll Leben:

„Sie wünschte sich nichts als eine kleine dunkle Höhle zum Schlafen, und einen braven Chirurgen, der ihr zuvor das Hirn aus dem Schädel kratzte.“

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*a boy named sue*

März 14, 2012 at 12:33 (Literatur)

Das andere ausgeborgte Buch, „Herr Susi“ von Thomas Glavinic, hat mich dagegen irgendwie gelangweilt. Gut, ich interessiere mich nicht so für Fußball. Aber das war nicht alles.
Ich kann mir scheint’s auch nicht alle Namen/Figuren merken, wenn ich gleichzeitig bei jedem Kapitel überlegen muss, ob das jetzt vorher oder nachher passiert ist.  Und die Sprache … naja. Ganz kurzweilig diese diversen Begriffe. Nur als Frau fühlt man sich dann doch leicht vor den Kopf gestoßen, weil dieser Herr Susi nur abwertende Begriffe für all die wundervollen weiblichen Organe in seinem Wortschatz hat.

Einzig die Figur Lori mochte ich irgendwie. Das mit dem nur noch Englisch reden wenn man betrunken ist, kennen wir doch von wo ;o) Trotzdem ein seltsames Geschöpf, diese Frau. Wer hat, wenn er so viele Kontakte hat wie sie, überhaupt noch Erniedrigungen von Herrn Susi nötig? Wobei, an Dingen, die wehtun, hält man ja gerne am längsten fest …

Jedenfalls, spätestens wenn der Immobilienmakler-Chef während des Gesprächs mit Susi seinen Darm ins eigens dafür aufgestellte Katzenklo entleert, ist meine Ekelgrenze absolut erreicht. Auch wenn man mich dafür vielleicht als Schöngeist titulieren wird …

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*Señoras*

März 13, 2012 at 14:27 (Literatur)

James Cañóns „Der Tag, an dem die Männer verschwanden“ ist ein wirklich gutes Buch! Eine utopische Welt mit realen Wurzeln. Was passiert, wenn kolumbianische Rebellen in ein Dorf einfallen und alle Männer mitnehmen oder umbringen? Nun, die Frauen organisieren sich neu! Und das unglaublich mitreißend. Um nicht zu sagen:

„Eines der besten Bücher seit Langem! Ist mir die zweifelhafte Einstellung Varga Llosas gegenüber Frauen noch sauer aufgestoßen („In jeder Vagina liegt ein Künstler begraben“, aus ‚Tante Julia und der Kunstschreiber‘), habe ich mich umso mehr über Canóns Zugang gefreut. Die Frauen werden bei ihm wunderbar lebendig porträtiert (am Anfang vielleicht ein wenig umbarmherzig), mit all ihren Stärken und Schwächen, Freuden und Nöten.

Durch den immer wiederkehrenden Einschub von Guerilla/Bürgerkriegsberichten gewinnt man zum einen ein nahe gehendes Bild der politischen Situation Kolumbiens, zum anderen ensteht eine faszinierende Gegenüberstellung des weiblichen, zum Frieden tendierenden Systems und des vorherrschenden männlichen Kriegs-Eifers.
Unbedingt lesen!“

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*second*chances*

Dezember 7, 2011 at 19:40 (Literatur)

Nicht immer bekommt man sie, die zweite Chance. Ich zum Beispiel bekomme keine bei Mister Licht und Ton. Nur einen saftigen Kratzer ins Ego. Nunja.

Dafür vergeb ich welche. Zweite Chancen jetzt, nicht Kratzer. Daniel Glattauer und Elfriede Hammerl bekommen je eine. Bedankt euch bei der Bücherei, Kinder.

Und bitte, da haben wir auch schon das Stichwort.

Frau Hammerl schreibt über Kinder. Und Familien.

„Müde bin ich, Känguru“ hab ich ja eher nach dem Titel ausgesucht. Hm. Parteiisch und bitterböse, sprach der Klappentext.

Irgendwie fad, sagte ich nach der gesamten Lektüre.

Dennoch bekommt Hammerl die zweite Chance. Beim letzten Büchereibesuch nehm‘ ich „Hotel Mama“ mit. Soll mir ja keiner nachsagen, dass ich mir ein vorschnelles Urteil bilde.

Und was passiert?

Babybonus, Doris Knecht und das freundschaftlich/familiäre Umfeld haben mir die Sache mit dem Nachwuchs schmackhaft gemacht.

Doch nach der Hammerlschen Lektüre will ich keine Kinder mehr. Zumindest nicht so bald.

Die zweite zweite Chance bekommt dann der Glattauer.

Wir erinnern uns, „Alle 7 Wellen“ fand ich ja nicht so bueno.

Nichtsdestotrotz, ein echter first timer: Der Klappentext auf „Der Weihnachtshund“ liest sich GUT.

Und deshalb kommt er mit nach Haus. Und: Gefällt mir, soweit ich halt bis jetzt bin. 17. Dezember von 24 gesamt.

Da sind die Dialoge witzig, die Traumata unterhaltsam und die weibliche Hauptdarstellerin – Gott sei’s gedankt! – nicht so unfassbar nervtötend wie eine gewisse Emmi Rothner. Sondern irgendwie sehr süß mit ihrer postpubertären Elternflucht.

Bisschen bemängeln muss ich natürlich. Also, ich weiß ja nicht, ob Herr Glattauer selbst mal einen Hund hatte. Aber so etwas Lethargisches wie Kurt, gibt es das echt? Ich will mir ja nicht anmaßen, über alle Hunde der Welt Bescheid zu wissen, nur weil ich ein überdrehtes Energiebündel zu Hause habe. Immerhin gibt es ja auch Hunde, die ihr Futter stundenlang rumstehen lassen, während meiner in knapp 10 Sekunden den kompletten Napfinhalt inhaliert hat. Aber eines lass‘ ich mir echt nicht einreden. Nämlich — bildlich gesprochen — auf der einen Seite über Kurt zu schreiben: „Er hielt dem Druck nicht stand und zog in die andere Richtung. Er wollte wieder nach Hause. Ihm war kalt. Es war nass. Die Drahthaare heizten nicht ordentlich.“ Und dann auf der nächsten Seite: „Als sie sich umdrehte, lag der Hund noch immer auf dem Platz, an dem die Übergabe stattgefunden hatte.“

Gibt es tatsächlich Hunde, die sich, wenn sie frieren und ihren spärlich wärmenden Pelz verwünschen, dann auch noch in den Schnee legen?? Also, meiner hätt das nie gemacht. Der setzt sich noch nicht mal hin, wenn der Boden nass ist, sondern geht maximal pro forma in die Hocke.

Also, zuerst ist Kurt, entgegen seiner Natur, sehr agil und zieht tatsächlich an der Leine Richtung heim. Und dann liegt er plötzlich im Schnee, steht auch auf Aufforderung hin nicht auf und kümmert sich nicht im Geringsten um sein Herrchen, das inzwischen weggeht (nach Hause, ins Warme vermutlich!) …? Also, das kann ich irgendwie nicht ganz glauben. So erschöpft kann doch ein Hund gar nicht sein.

Andere Sachen dagegen fnde ich sehr gelungen. Beispiel:

„An solchen Tagen unternahm man hundert Anläufe sich einzubilden, dass man es gut erwischt hatte, dass alles in Ordnung sei, dass man sich nicht beklagen dürfe. Das war das Allerschlimmste an solchen Tagen: Sie ödeten einen ununterbrochen an, vom Zeitpunkt des unseligen Aufwachens bis zur rettenden Umklammerung des Kopfpolsters in der darauf folgenden Nacht, und man durfte sich nicht beklagen, denn man hatte es gut erwischt.“

Jaa, sowas gefällt mir. Und ist um Welten besser als das Nordwinddebakel.

Ich weiß schon, ihr meine Pappenheimer, die ihr mich gut kennt, denkt jetzt: Ach, Mädchen, warte mal ab, wie Dir das Ende gefällt. Wetten, da gibt’s wieder was zu bekritteln? Du bist doch nie zufrieden!

Aber das stimmt so nicht ganz. So sehr ich mich üblicherweise über offene Enden beschwere, bei der „Glasglocke“ zum Beispiel fand ich den ungewissen Ausgang überhaupt nicht schlimm. Las und staunte über mich selbst.

Im Gegenteil, es ist irgendwie faszinierend, dass es genau an der Schwelle endet. Esther geht durch die Tür und bis ans Ende aller Zeit ist offen, ob sie nun gehen darf oder nicht. Das ist doch ein perfektes Ende. Stark in seiner Symbolik. Gelungen.

Bei „Tschick“ hat mich ja vor allem so aufgeregt, dass Herr Herrndorf extra so viele Handlungsstränge aufwirft und dann nicht darauf eingeht. Wozu muss er Tatjana unbedingt ein Treffen vorschlagen lassen, wenn man als Leser dann gar nicht dabei sein darf?

Esther Greenwood dagegen, die hat abgeschlossen mit der Welt. Da gibt es keine offenen Enden, nichts, dem sie sich noch einmal zuwenden müsste, weil noch nicht alles gesagt worden wäre. Die morbide Schönheit der Endgültigkeit.

(Ich könnte den Artikel an dieser Stelle natürlich beenden. Das wäre ein verdammt guter Moment. Aber ich muss noch was …)

… sagen. Normalerweise denk ich mir das immer nur nachts, wenn ich so gegen halb 2 mit offenen Augen im Bett liege und auf den Schlaf warte. Da denke ich dann drüber nach, wie ich meine laienhafte Literaturkritik auf meinem schmählich vernachlässigten Blog in Worte fassen könnte. Ist ja schon wieder Tage her, dass man mit dem Coelho durch ist.

Also: „Brida“ war irgendwie nett, aber irgendwie hats mich auch kalt gelassen. Das lag vielleicht an den vielen christlichen Elementen, die mich eher abschrecken. Hexen, oder magische Frauen, wie ich sie von Marion Zimmer Bradley kenne, folgen der Mondtradition, okay, aber sie finden die Jungfrau Maria nicht besonders anbetungswürdig. Große Mutter, ja. Demütige, weinende, jungfräuliche Maria? Nein. Is irgendwie nicht meins. Und dann das ganze Gerede von dem „Anderen Teil“, also, ich weiß nicht. Der einzig überraschende Moment war Magier meets Lorens. Aber das wars auch schon. Spirituell hat mich Brida also nicht unbedingt „viere ghaut“.

Gleich im Anschluss hab ich mir dann die „11 Minuten“ vorgenommen. Als Konträrprogramm sozusagen. Und interessant, eine Szene, die Bridas Mutter beschreibt, ist einer Episode in „11 Minuten“ doch sehr ähnlich. Und alles ganz nett und so, eine Frau sucht ihren Weg, eine Frau möchte sich der Liebe verweigern und stattdessen ihre Ziele verfolgen … alles gut und schön. Und dann: das Ende. (Achtung, Spoiler!) Flughafen, verliebter Mann, ein Strauß Rosen. Und natürlich sagt sie Ja. WÜRG. Dafür hab ich sie jetzt aber nicht ein ganzes Buch lang für ihre Zähigkeit und ihren starken Willen bewundert. Dammit. Bei der erstbesten Gelegenheit ist der Mann mit den Rosen dann doch wichtiger als all ihre eigenen Ziele.

Bäääh.

Jaja, man kann sagen, die Liebe siegt über alles.

Not!

Und: Is ja nicht so, dass Dich der gute Coelho nicht vorgewarnt hätte. Die Geschichte beginnt mit „Es war einmal“ und ist ein „modernes Märchen“. Da muss man ja quasi mit einem Happy End rechnen. Was allerdings happy ist, ist Auslegungssache.

Anyway, Herr Coelho sagt auch, dass er seine Bücher hauptsächlich für sich selbst schreibt. Dieses internationale Millionenpublikum, das liest ja im Grunde nur still mit.

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*artistic*sense*

November 16, 2011 at 16:05 (Hörbuch)

Nick Hornby und das Universum haben’s wieder gut gemacht. Hab nämlich „Nipplejesus“ als Hörbuch zugespielt bekommen. (Ein Hoch auf die Bücherei!)

Ein bisschen sauer bin ich zwar, weil mir beim stundenlangen Durchschlendern des Louvre eine ähnliche Idee für eine kleine Episode in meinem Roman gekommen ist. Aber im Grunde macht das nichts.

Zum Hörbuch: Ein ehemaliger Türsteher, der mit Kunst bislang überhaupt nichts am Hut hatte, beginnt einen neuen Job. In einem Museum soll er ein kontroverses Kunstwerk bewachen. Auf den ersten Blick: Jesus, mit schmerzverzerrtem Gesicht am Kreuz. Bei näherem Hinsehen: Alle Bildpunkte aus Nippeln, die jemand in mühevoller Kleinarbeit aus Pornoheften ausgeschnitten hat.

Geil, oder? Was für eine Idee!

Bei einem Mann hätten alle noch „perverser Wichser“ gedacht. Doch das Werk stammt von einer Frau … und Tag für Tag steigt die Begeisterung des ehemaligen Rausschmeißers für das Bild — und damit sein Wunsch, es gegen alles und jeden zu verteidigen. Die personifizierte Bigotterie — ein entrüsteter Pfarrer — ist nur der Anfang …

Diesmal ist auch das Ende nett. Bei einer Kurzgeschichte zwar sehr viel einfacher als bei einem Roman, aber wir wollen mal nicht so sein und freuen uns einfach mal, dass es nix zu meckern gibt.

Sehr schön auch, dass die Künstlerin ihr Bild nicht so wirklich erklärt. Ich hab 2 Theorien dazu:

Theorie 1: Everything looks perfect from far away. Je näher man der Religion kommt, umso eher muss man erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Und dass sich selbst hinter dem armen leidenden J-sus üble Machenschaften verbergen, die die Kirche selbst nach außen hin nicht gutheißen würde.

Theorie 2: Pornographie bringt den sterbenden Jesus zum Weinen.

;o)

Sehr gelungen auch das Werbeplakat für die Theateraufführung!

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*primality*

Oktober 28, 2011 at 18:36 (Literatur)

Heute mal wieder ein bisschen Literatur.

Paolo Giordano — Die Einsamkeit der Primzahlen

Italiens meistverkauftes Buch im Jahr 2008, er mit 26 der  jüngste Preisträger in der über 60-jährigen Geschichte des wichtigsten Literaturpreises Italiens, des Premio Strega. (*möff* hör ich die Schwester unken).

Und ja, es ist deprimierender Stoff … nur ein Tag, der das ganze restliche Leben bestimmt. Und ja, es ist unglaublich, wie er selbst diesen schweren Stoff beschreibt. Aber *seufz* ich muss schon wieder nörgeln, weil ich es hasse, wenn mich Autoren mit lauter offenen Fragen zurücklassen. (das hab ich hier, glaub ich, schon mal erwähnt.)

Jaa, ja, ich weiß, das ist doch schön, wenn man sich seine eigenen Gedanken dazu machen kann, bla bla.

Mich nervt’s halt. Als Autor ist man seiner Leserschaft ein paar Antworten schuldig — meine Meinung. Sonst braucht man ja gar nicht erst anzufangen …

Aber ich bin schon still. Ein paar Stellen sind ja wirklich sehr schön … und die will ich euch nicht vorenthalten.

„Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.“

„Sie lächelten nicht und blickten in verschiedene Richtungen, als sie das Zimmer betraten, doch sie hielten einander fest an den Händen, und so war es, als flössen ihre Körper durch die sich berührenden Arme und Finger unablässig ineinander über.“

„Er hätte ihr gern gesagt, dass er lernte, weil er dabei allein sein konnte, weil alle Dinge, die man lernte, bereits tot, kalt und durchgekaut waren. Er häte ihr gern gesagt, dass die Seiten der Schulbücher alle die gleiche Temperatur hatten, dass sie einem Zeit ließen, sich zu entscheiden, dass sie einem nie wehtaten und man selbst ihnen auch nichts antun konnte. Doch er schwieg.“

„Während er sich von ihr mitreißen ließ, glitten seine Füße lautlos über den Fußboden, und seine Narben lagen verborgen und beschützt in ihrer Hand.“

„Jeden Mittwoch kratzte er diese Rinne um einige Bruchteile von Millimetern tiefer aus, aber sein ganzes Leben würde nicht reichen, um den Durchbruch zur anderen Seite zu schaffen.“

„Mittlerweile hatte er es verstanden: Entscheidungen wurden innerhalb weniger Sekunden getroffen, und in der übrigen Zeit schlug man sich mit den Folgen herum.“

„Mittlerweile fühlte sie sich auch gebunden an diesen Ort, hing an ihm mit einer Hartnäckigkeit, mit der man sich nur an Dinge klammert, die einem wehtun.“

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Ich kann über das Ende eigentlich gar nicht viel sagen. Die Seiten werden weniger und weniger und man liest schneller und schneller … es muss doch passieren, es muss doch gesagt, muss doch aufgelöst werden … so verbissen liest man, dass man im Grunde gar nicht mitbekommt, was da eigentlich passiert. Es ist nicht stark genug, wirkt eher irgendwie hingebogen, und plötzlich ist die letzte Seite erreicht. Und du sitzt da mit deinen losen Enden und denkst nur: WTF? Meint er das ernst? Einfach vorbei? … Enttäuschend.

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Dabei: Als Jungschriftsteller erfolgreich UND gut aussehend, wie soll man diesen Mann mögen?! *fg*

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Ich bin gespannt, wie mir der Film gefallen wird. Immerhin sind die Katzen dieser Welt in diesem Fall relativ sicher …

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Und, Achtung, Themenwechsel: Finally gibt es News zum Tod von Amy Winehouse. 3 bottles of Vodka, … oh my!

Da bin ich ja irgendwie froh, dass mein Magen sich auf das Resoluteste zur Wehr setzen würde, allein schon beim Versuch, ihn derart zu vergiften.

Dennoch: Three Bottles of Vodka wäre ein großartiger Titel für einen Amy Winehouse Tribute Song …!

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*hope*

Oktober 12, 2011 at 10:38 (Hörbuch, Lebenslektionen, Literatur)

Immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, … fällt Dir ein, wie viele Bücher es da draußen gibt, die Du unbedingt noch lesen willst! ;o)

Btw: Krimi-Hörspiele sind toll!

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*discovery*

August 21, 2011 at 13:36 (Literatur, schlauer ins bett!)

Also, geklaut oder nicht, mit einem hat Helene Hegemann wirklich recht. Axolotl sind süß! Und vielleicht will ich auch eins.

Auch von der Charakteristik her fällt es mir ziemlich leicht, mich mit diesem Schnuckelchen zu identifizieren. Klingt irgendwie wie eine Mischung aus Peter Pan und Superman:

„Eine Besonderheit, die Axolotl etwa mit dem Grottenolm und manchen anderen sogenannten obligat pädomorphen Amphibien gemeinsam haben, ist, dass sie nie richtig erwachsen werden, sondern ihr gesamtes Leben im kiemenatmenden Larvenstadium unter Wasser verbringen „

„Axolotl verfügen über die Fähigkeit, Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und Herzens wiederherzustellen.[3] Die Regenerate sind in der Regel keine Verkrüppelungen, sondern vollständig und funktionstüchtig.“

Sehr süß!

Das Buch war alles in allem wie ein einziger Rausch. Ich finde, diese Sache, dass Mifti nie wirklich was nahegeht, hat Frau Hegemann gut hingekriegt. Trotzdem kann ich es kaum erwarten, „Strobo“ (von Airen), aus dem sie ja angeblich so viel abgeschrieben hat, in die Finger zu bekommen und zu vergleichen.

Wie kann man Dinge, die einem jungen Mann im Technoparadies Berlin passieren, so geschickt einfügen, dass man sie für die Erlebnisse einer 16-jährigen Schitzotante hält? Ich bin gespannt.

Und gleichzeitig frag ich mich, ob „Axolotl Roadkill“ nur deswegen so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, weil die Autorin so jung ist und aus diesem kulturellen Umfeld stammt. Es ist weniger eine Geschichte als ein kurzer, riskierter Blick in den Abgrund.

Die Sache ist, das Buch verwandelt einen für eine Zeitlang in Mifti. Oft hat man wirklich keine Ahnung, was gerade passiert, wer da redet und wie zur Hölle man eigentlich dahingekommen ist.

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*clash*

Juli 31, 2011 at 13:11 (Literatur, Party)

Partyprogramm:

Gentleman toll, bis aufs letzte Lied. Ungnädiges Schicksal, des Karma is a Hund. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Crêpe und crap. Unterschiedliche Freundeskreise urteilen anders. Wobei: Freunde sollten gar nicht urteilen. Hang Loose, wie der Surfer so schön sagt. Überdenkbar.

Literatur:

Ein großes Dankeschön an Michael Köhlmeier! „Calling“ in einem durchgelesen. Das ist nett. Da sucht man keine versteckten Symbole. Das liest man und merkt: der Autor hatte eine Idee und wollte sie aufschreiben. Bzw. eine reale Geschichte hat den Autor motiviert, die Erzählung aufzuschreiben. Und dazu noch die Naschmarkt-Kulisse, die man sich ruckzuck vors innere Auge zaubern kann. Super! Danke, Herr Köhlmeier, dass ich mich bei Ihrer Lektüre nicht dämlich, sondern gut aufgehoben fühle!

Apropos Idee und aufschreiben: Aus der Idee zu „How to be good“ hätte man viel mehr machen können.

Die Idee war gut, doch die Umsetzung nervt: das geht raus an Herrn Daniel Glattauer. Habe ich mir noch brav „Gut gegen Nordwind“ gekauft, es gelesen und halbherzig gegen Kritik verteidigt (ich musste ihr irgendwie beipflichten) — „Alle 7 Wellen“ lese ich SICHER NICHT. Ich habs mir zwar aus der Bücherei geholt, aber OH MANN. Beim ersten Reinlesen gleich geht mir die nervige Emmi Rothner unglaublich am Zager. So eine aufdringliche Ranschmeißerin! Wäh!

Kann sie es nicht einfach gut sein lassen? Das meine ich übrigens gleich auch aufs ganze „Werk“ gemünzt: hätte man es mit dem ersten Teil nicht einfach gut sein lassen können?

Kein Mensch schreibt solche E-Mails. Bei „Gut gegen Nordwind“ schon hab ich mir das gedacht, als Bernhard an Leo schreibt. Erstens schreibt kein Mensch solche E-Mails, zweitens ganz sicher kein Mann und drittens klingt der genau wie seine anghaute Freundin. UNGLAUBWÜRDIG, setzen!

Auch würde wohl niemand per Mail das Treffen vom Vortag so detailliert schildern. Immerhin war der andere dabei. Der Leser nicht, ist mir schon klar, den muss man da irgendwie einweihen. Aber wenn man das als Leser merkt, wirkt das Ganze dann doch ein bisschen … äh … konstruiert.

Dann schon lieber „E-Mail an alle“ — das ist wenigstens lustig.

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*horn-bye*

Juli 28, 2011 at 19:30 (Literatur)

Habe Nick Hornby’s „How To Be Good“ durch. Die schlechte Nachricht ist: ich weiß immer noch nicht, wie mans anstellt. Ich habe einen Sokrates-Moment. Nur ist „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ bei mir eher ein „Je mehr Bücher ich lese, umso dümmer fühle ich mich“. Im Ernst. Also, dieses „How To Be Good“ — eine sehr nette Geschichte, die erneut Einblicke in eine zerrüttete Beziehung liefert (ist das das aktuelle Thema in meinem Leben? Abgesehen von der Literatur Gott sei dank nicht!) Worauf ich hinaus will: für mich ist das eine tolle Geschichte, sie hat bloß keine Klammer. Wenn ich das Buch zuklappe, bin ich danach nicht schlauer als vorher. Ich wurde eine Weile lang gut unterhalten, konnte mich mit der Hauptdarstellerin anfreunden und alles, Aber als ich bei der letzten Seite ankomme, bin ich enttäuscht.

Was soll das für ein Ende sein? Was ist das bloß für ein Ende?

Fast hätte ich damit gerechnet, dass D. in den letzten paar Zeilen aus dem Fenster fällt. Aber nein. Das letzte Bild ist die Sintflut, angesichts des strömenden Regens draußen wenigstens ein Bild, mit dem ich mich identifizieren kann.

Der Sommer 2011 war so elendiglich verregnet, sogar in den Büchern hat es geregnet.

Mann.

Also, was sagt mir dieses Buch jetzt? GoodNews ist gescheitert, wir können die Welt nicht verbessern, am Ende kommt nur die Sintflut, die all unsere Sünden wegwäscht?

Hm.

Ich frage mich, ob es eine Bezeichnung für Leute wie mich gibt — Leser, die pingelig werden, wenn es ums Ende des Buches geht.

Hat nicht schon mal jemand gesagt, dass es verdammt schwierig ist, ein Buch zufriedenstellend zu beenden?
Das unterschreib ich sofort.

Es gibt eine These, die besagt, dass Kinder geboren werden, sobald sie ein Enzym produzieren, das dem Mutterkörper signalisiert, dass sie jetzt bereit sind.

War es bei Nick Hornby falscher Alarm? Oder war das Enzym nur so dezent, dass es nur der Autor, nicht aber der Leser bemerkt hat? Also, ich hätte dieses Buch nicht so einfach an dieser Stelle enden lassen können.

Aber — und hier schließt sich der Kreis — je mehr Bücher ich lese, umso öfter habe ich das Gefühl, dass ich einfach nicht smart genug bin, alle Symbole richtig zu deuten und die versteckte Lehre aus dem Buch zu ziehen. Ich bekomme den Moment nicht mit, an dem sich der Autor denkt: so, jetzt ist alles gesagt. Braucht es einen Holzhammer, damit ich es verstehe?

Gegenthese: Es gibt einfach einen Haufen unfähiger Autoren und ich sollte nicht ständig die Schuld bei mir suchen, wie so ein ängstlicher Untertan, der dem Kaiser ohne Kleider gegenübersteht. (wow, wenigstens diese Geschichte hab ich kapiert.)

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