*burst*

September 15, 2011 at 17:00 (Lebenslektionen)

… and >pop<, there goes the dream!

tja, Herr W., da haben wir wohl beide ein Loser-Jahr. Ich bin traurig und wütend, aber gut darin, es mir nicht anmerken zu lassen. Wirklich scheiße ist halt, dass man nicht gesagt bekommt, woran’s gelegen hat.

Karma kann’s ja jetz nicht sein, oder?

Vielleicht war ich mir meiner Sache einfach zu sicher.

As I said, ich bin nicht gut mit diesen Listen. Das hat noch nie funktioniert.

Aber man muss deswegen ja nicht gleich einen Weltkrieg vom Zaun brechen.

Oder?

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*discovery*

August 21, 2011 at 13:36 (Literatur, schlauer ins bett!)

Also, geklaut oder nicht, mit einem hat Helene Hegemann wirklich recht. Axolotl sind süß! Und vielleicht will ich auch eins.

Auch von der Charakteristik her fällt es mir ziemlich leicht, mich mit diesem Schnuckelchen zu identifizieren. Klingt irgendwie wie eine Mischung aus Peter Pan und Superman:

„Eine Besonderheit, die Axolotl etwa mit dem Grottenolm und manchen anderen sogenannten obligat pädomorphen Amphibien gemeinsam haben, ist, dass sie nie richtig erwachsen werden, sondern ihr gesamtes Leben im kiemenatmenden Larvenstadium unter Wasser verbringen „

„Axolotl verfügen über die Fähigkeit, Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und Herzens wiederherzustellen.[3] Die Regenerate sind in der Regel keine Verkrüppelungen, sondern vollständig und funktionstüchtig.“

Sehr süß!

Das Buch war alles in allem wie ein einziger Rausch. Ich finde, diese Sache, dass Mifti nie wirklich was nahegeht, hat Frau Hegemann gut hingekriegt. Trotzdem kann ich es kaum erwarten, „Strobo“ (von Airen), aus dem sie ja angeblich so viel abgeschrieben hat, in die Finger zu bekommen und zu vergleichen.

Wie kann man Dinge, die einem jungen Mann im Technoparadies Berlin passieren, so geschickt einfügen, dass man sie für die Erlebnisse einer 16-jährigen Schitzotante hält? Ich bin gespannt.

Und gleichzeitig frag ich mich, ob „Axolotl Roadkill“ nur deswegen so viel Aufmerksamkeit bekommen hat, weil die Autorin so jung ist und aus diesem kulturellen Umfeld stammt. Es ist weniger eine Geschichte als ein kurzer, riskierter Blick in den Abgrund.

Die Sache ist, das Buch verwandelt einen für eine Zeitlang in Mifti. Oft hat man wirklich keine Ahnung, was gerade passiert, wer da redet und wie zur Hölle man eigentlich dahingekommen ist.

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*tissue*issue*

August 9, 2011 at 18:10 (Werbewelt)

„Elegant und stilvoll fängt das kristalline Design alle Blicke ein – ganz wie ein echter Kristall das Licht.“

Damn, they should pay me for that. Wait a minute … they do! *g*

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*perfect*world*

Juli 31, 2011 at 16:29 (Uncategorized)

Naja, zumindest fast. Statt Straßenkatzen und -hunden soll die Amy Winehouse Foundation nun Kinder und Pferde unterstützen. Und natürlich Suchtkranke. Mehr dazu hier.

Und weil die perfekte Welt natürlich nicht ohne eine Dokumentation über das Club-27-Mitglied der Millennium-Generation auskommen kann, ist die auch schon geplant. Einzig, ein Distributor für Saving Amy fehlt noch.

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*clash*

Juli 31, 2011 at 13:11 (Literatur, Party)

Partyprogramm:

Gentleman toll, bis aufs letzte Lied. Ungnädiges Schicksal, des Karma is a Hund. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Crêpe und crap. Unterschiedliche Freundeskreise urteilen anders. Wobei: Freunde sollten gar nicht urteilen. Hang Loose, wie der Surfer so schön sagt. Überdenkbar.

Literatur:

Ein großes Dankeschön an Michael Köhlmeier! „Calling“ in einem durchgelesen. Das ist nett. Da sucht man keine versteckten Symbole. Das liest man und merkt: der Autor hatte eine Idee und wollte sie aufschreiben. Bzw. eine reale Geschichte hat den Autor motiviert, die Erzählung aufzuschreiben. Und dazu noch die Naschmarkt-Kulisse, die man sich ruckzuck vors innere Auge zaubern kann. Super! Danke, Herr Köhlmeier, dass ich mich bei Ihrer Lektüre nicht dämlich, sondern gut aufgehoben fühle!

Apropos Idee und aufschreiben: Aus der Idee zu „How to be good“ hätte man viel mehr machen können.

Die Idee war gut, doch die Umsetzung nervt: das geht raus an Herrn Daniel Glattauer. Habe ich mir noch brav „Gut gegen Nordwind“ gekauft, es gelesen und halbherzig gegen Kritik verteidigt (ich musste ihr irgendwie beipflichten) — „Alle 7 Wellen“ lese ich SICHER NICHT. Ich habs mir zwar aus der Bücherei geholt, aber OH MANN. Beim ersten Reinlesen gleich geht mir die nervige Emmi Rothner unglaublich am Zager. So eine aufdringliche Ranschmeißerin! Wäh!

Kann sie es nicht einfach gut sein lassen? Das meine ich übrigens gleich auch aufs ganze „Werk“ gemünzt: hätte man es mit dem ersten Teil nicht einfach gut sein lassen können?

Kein Mensch schreibt solche E-Mails. Bei „Gut gegen Nordwind“ schon hab ich mir das gedacht, als Bernhard an Leo schreibt. Erstens schreibt kein Mensch solche E-Mails, zweitens ganz sicher kein Mann und drittens klingt der genau wie seine anghaute Freundin. UNGLAUBWÜRDIG, setzen!

Auch würde wohl niemand per Mail das Treffen vom Vortag so detailliert schildern. Immerhin war der andere dabei. Der Leser nicht, ist mir schon klar, den muss man da irgendwie einweihen. Aber wenn man das als Leser merkt, wirkt das Ganze dann doch ein bisschen … äh … konstruiert.

Dann schon lieber „E-Mail an alle“ — das ist wenigstens lustig.

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*horn-bye*

Juli 28, 2011 at 19:30 (Literatur)

Habe Nick Hornby’s „How To Be Good“ durch. Die schlechte Nachricht ist: ich weiß immer noch nicht, wie mans anstellt. Ich habe einen Sokrates-Moment. Nur ist „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ bei mir eher ein „Je mehr Bücher ich lese, umso dümmer fühle ich mich“. Im Ernst. Also, dieses „How To Be Good“ — eine sehr nette Geschichte, die erneut Einblicke in eine zerrüttete Beziehung liefert (ist das das aktuelle Thema in meinem Leben? Abgesehen von der Literatur Gott sei dank nicht!) Worauf ich hinaus will: für mich ist das eine tolle Geschichte, sie hat bloß keine Klammer. Wenn ich das Buch zuklappe, bin ich danach nicht schlauer als vorher. Ich wurde eine Weile lang gut unterhalten, konnte mich mit der Hauptdarstellerin anfreunden und alles, Aber als ich bei der letzten Seite ankomme, bin ich enttäuscht.

Was soll das für ein Ende sein? Was ist das bloß für ein Ende?

Fast hätte ich damit gerechnet, dass D. in den letzten paar Zeilen aus dem Fenster fällt. Aber nein. Das letzte Bild ist die Sintflut, angesichts des strömenden Regens draußen wenigstens ein Bild, mit dem ich mich identifizieren kann.

Der Sommer 2011 war so elendiglich verregnet, sogar in den Büchern hat es geregnet.

Mann.

Also, was sagt mir dieses Buch jetzt? GoodNews ist gescheitert, wir können die Welt nicht verbessern, am Ende kommt nur die Sintflut, die all unsere Sünden wegwäscht?

Hm.

Ich frage mich, ob es eine Bezeichnung für Leute wie mich gibt — Leser, die pingelig werden, wenn es ums Ende des Buches geht.

Hat nicht schon mal jemand gesagt, dass es verdammt schwierig ist, ein Buch zufriedenstellend zu beenden?
Das unterschreib ich sofort.

Es gibt eine These, die besagt, dass Kinder geboren werden, sobald sie ein Enzym produzieren, das dem Mutterkörper signalisiert, dass sie jetzt bereit sind.

War es bei Nick Hornby falscher Alarm? Oder war das Enzym nur so dezent, dass es nur der Autor, nicht aber der Leser bemerkt hat? Also, ich hätte dieses Buch nicht so einfach an dieser Stelle enden lassen können.

Aber — und hier schließt sich der Kreis — je mehr Bücher ich lese, umso öfter habe ich das Gefühl, dass ich einfach nicht smart genug bin, alle Symbole richtig zu deuten und die versteckte Lehre aus dem Buch zu ziehen. Ich bekomme den Moment nicht mit, an dem sich der Autor denkt: so, jetzt ist alles gesagt. Braucht es einen Holzhammer, damit ich es verstehe?

Gegenthese: Es gibt einfach einen Haufen unfähiger Autoren und ich sollte nicht ständig die Schuld bei mir suchen, wie so ein ängstlicher Untertan, der dem Kaiser ohne Kleider gegenübersteht. (wow, wenigstens diese Geschichte hab ich kapiert.)

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*missing*Amy*Winehouse*

Juli 26, 2011 at 18:05 (Uncategorized)

A tribute.

Little Miss ist wirklich wirklich wirklich traurig. Denn the most famous beehive is now a member of the famous club 27. *schnüff*

Und da zeigt es sich doch — natürlich bin ich auch betroffen wegen dem „Irren-Gemetzel“ in Oslo, aber wegen Amy Winehouse bin ich wirklich traurig. Wie so vielen anderen hat sie mir in kummergebeutelten Zeiten einen Soundtrack geschenkt, mich bewegt, mich berührt.

Pain becomes bittersweet when I’m listening to >Back to Black<.

Und, oh Mann, wer wenn nicht ich könnt verstehen, wie schwer es gewesen sein muss, von Blake loszukommen? I mean, talk about star-crossed lovers …

Ich kann mir nicht helfen, die sind einfach süß zusammen, in ihren matching wife beaters … (erinnert mich ein bisschen an Christiane F. und Detlef aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Die haben einander ja auch verzweifelt geliebt, aber sich nicht gut getan …)

A destructive relationship.

Dennoch, die wahrscheinlich einzige Art Beziehung, die berührende Kunst hervorbringt.

Wen interessiert schon, dass jemand glücklich ist?

Drama, Verzweiflung, Verfall, Einsamkeit, Sehnsucht … das wollen wir sehen und spüren.

Ich frage mich, ob beim Tod von Jim Morrison auch so viele Stimmen laut geworden sind, von wegen, selber schuld, drug head, yaddayaddayah.

Natürlich wars irgendwo selbst verschuldet, aber der Mann war ja auch ein verdammtes Genie!

Ich glaube außerdem, dass der Mediendruck heute noch viel stärker ist, als damals in den 60ern. In Zeiten von Handykameras und Youtube darf man sich als Star ja wirklich gar keinen Fehltritt erlauben! Und wehe, man ist mal zu fertig zum Singen … alle filmens mit und am nächsten Tag sehen es Millionen, weltweit.

So schlimm es für einen Serben sein muss, ein Sechstel seines Gehalts in eine Konzertkarte zu investieren und dann enttäuscht zu werden; wie viel schlimmer muss es sein, aus persönlichem Schmerz ein wahres, ein echtes Lied zu schreiben, das bei jedem Mal Singen die ganze Pein wieder aufkocht, die alte Narbe aufreißen lässt — und zu allem Überfluss vor laufender Kamera zu wasted zum Singen zu sein, woraufhin eine angry crowd dir kopfschüttelnd deine berührendsten Worte entgegenbrüllt? Ouch.

Ich hätte auch geweint auf der Bühne, ganz ehrlich.

Ein Trost für die Serben: Sie haben Amy Winehouse’s allerletztes Live-Konzert gesehen. (Ob es ihnen jetzt Leid tut, dass sie sie ausgebuht haben und demonstrativ gegangen sind?)

Es kommt mir ein bisschen so vor, als gelange man als Publikum doch recht schnell zu der dekadenten Annahme: „Das ist mein Star. Ich hab für seine Show bezahlt. Also muss er funktionieren.“

Gut, Dekadenz kenn ich ja von mir selbst. Von Festivals. Oh, die und die Band spielt grade. Aber jetz aufstehen? Ich lieg grad so gut in der Hängematte. Ich glaub, ich hörs mir von hier an.

Aber wenn man sich dieses Video so anschaut, möchte man doch einfach da hochgehen und sie in den Arm nehmen.Sie war vielleicht einfach noch nicht bereit, sich dem Rummel wieder zu stellen. Und wenn man mal mit Drogen angefangen hat, und dann mit Angst und Verzweiflung konfrontiert ist — womit wird man sich helfen wollen?

Angesichts vieler weiterer youtube-Fundstücke muss man sich dann doch fragen, wie man das alles aushalten kann, ohne Drogen zu nehmen.

Wenn man nicht mal kurz einkaufen gehen kann, ohne dass einen das Blitzlichtgewitter verfolgt und sich die Presse das Maul darüber zerreißt, was man eingekauft hat. Alle starren dich an, ständig. Und dann diese Horde Schulmädchen, oh dear.

Also, ich finde es ziemlich bemerkenswert, dass sie da noch so nett und freundlich bleibt!

Ein weiteres, sehr eindrucksvolles Fundstück — Amy im Alter von zarten 18, als sie mit einem Londoner Cabdriver über ihren plötzlichen Erfolg plaudert.

Sehr süß. So normal.

Beehive, Alkohol, Drogen und Blake kamen erst später.

Apropos Blake, ob es für Reg Traviss wohl komisch war, dass Amy nach wie vor ihr „Blake“-Tattoo auf der Brust hatte? Fühlt man sich durch so etwas nicht irgendwie verunsichert?

Wie dem auch sei — meine liebste Ikone ist tot und ich weine mit Blake und Reg.

Noch vor eineinhalb Jahren war mein Halloween-Kostüm die „totgesoffene Amy Winehouse“. Und auch wenn wir viele Witze darüber gemacht haben, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird, ist es dennoch ein Schock und gewünscht hat es ihr keiner. Wie gerne hätten wir gelesen: Amy fully recovered — back with a new stunning album!

Aber es hat nicht sollen sein. Stattdessen reibt sich jetzt die Plattenfirma grinsend die Hände, denn posthum veröffentliche Werke verkaufen sich ob des Hypes 10mal so gut; egal, dass Amy fand, dass die Songs noch nicht perfekt waren.

In einer perfekten Welt würden sie das Geld verwenden, um Staßenkatzen und -hunde zu retten und auf St. Lucia ein Amy Winehouse Music Centre for Children zu gründen.

*sigh*

//

Kurz zu mir: ich bin sehr gespannt auf den Obduktionsbericht. Nach meinen letzten Eskapaden samt Höllenkater fehlt nur noch ein kleines Zeichen. Wenn Alkohol für Amy Winehouse’s Tod mitverantwortlich ist, werd ich den harten Sachen für längere Zeit abschwören und es bei dem occassional cider belassen.

Btw: Ich merke, dass meine eigene Exzentrik nachlässt. Wär ich noch in der Schule, würde ich jetzt wochenlang so rumlaufen:

Aber nein. Ich bin älter und zahmer geworden. Mit 16 ist die Aufmerksamkeit anderer alles. Mit 25 bist du froh, wenn man dich in Ruhe lässt. Und Mann, ich hätte echt keine Lust auf die tausenden blöden Kommentare.

//

Ein Glück, dass Amy nicht mehr lesen muss, was alles über sie diskutiert wird. Dabei ist eigentlich ganz klar, was sie gesucht und auch in Rehab nicht gefunden hätte:

I don’t ever wanna drink again
I just ooh I just need a friend

///

The Guardian schreibt:

The trouble with that purity was that it was absolute; Winehouse’s music was as heart-wrenchingly open and painful as her private life. „Amy was brutally honest with those moments in her twenties that so many women have,“ adds Hanra, „when they loose faith in authority, men, themselves.“
(…)

Amy Winehouse shaped the current music scene even as she absented herself from it. She sang for herself but an entire generation listened. And the resurgence of both albums since her untimely death is proof that her music will see out the years that she did not.

///

R.I.P., sweet Amy. KATA TON DAIMONA EAYTOY

///

Weitere interessante Links:

Amanda Fucking Palmer About Amy Winehouse’s Death

Why I’m No Different From Amy Winehouse

Amy & Blake — A Modern Love Story

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*read-in*

Juli 19, 2011 at 00:13 (Errungenschaft, Literatur)

done … and … done! Wenn mich jemand fragt, ob ich 2 Bücher in nur 4 Tagen lesen kann, dann kann ich voller Stolz sagen: Yes, I can!

Sedaris war heftig. Wobei ich das Gefühl nicht ganz loswerde, dass wahrscheinlich nur seine Schwester Gretchen bzw. die restlichen Familienmitglieder wirklich alle Anspielungen verstehen. Vielleicht auch nur er selbst. Und manchmal hab‘ ich mir einfach gedacht, ich bin ein zu zart besaitetes Gemüt für eine solche Lektüre.

Am besten hat mir noch die Geschichte mit der Maus und der Schlange gefallen. „A rescue snake. Rescued from a world without her love.“ Weil es einfach ein schräger Gedanke ist, als Maus eine kleine Schlange durchzufüttern und dann vor Mama Kröte und Mama Maulwurf rechtfertigen zu müssen, wo denn ihre Kinder abgeblieben sind.

Abgesehen davon, dass es ziemlich heftig war, hat es mir dann aber doch ganz gut gefallen. So gut, dass ich es schade finde, dass ich es in die Bücherei zurückbringen musste. Ich hätte es später gern nochmal gelesen. Naja, ich kanns ja wieder ausborgen.

Ich habe jetzt nämlich — ta-ta-ta-taaaa — eine Büchereikarte. Yay! Und mir gleich jede Menge Bücher mitgenommen. Scheint, als müsste meine mentale Liste noch ein bisschen warten. Muss nämlich vor 18. August noch fünf andere Bücher lesen. Und Hörbuch hören ;o) Herrje, bin ich beschäftigt!

Zusätzlich hat mir die Schwester auch noch 2 Bücher mitgegeben. Nämlich unter anderem den 2. Teil der Knecht-Kolumnen — „So geht das! Wie man fidel verspießert“. Hab ich schon durch :o) Ich muss mein Anfangsstatement revidieren, wenn es darauf ankommt, kann ich in einer Woche durchaus 4 Bücher lesen. Wenn man „Der kleine Angsthase“ mitzählt, das ich immerhin dreimal vorgelesen habe, sind es eigentlich fünf, aber dazu später mehr.

Knecht hat mir — nochmal — gefallen :o) Einzig, diese Einstellung zu Hunden (und zu Stöckelschuhen) kann ich nicht ganz teilen. Aber sonst, sehr spaßig, diese Kinder. Stört mich auch nicht, dass da plötzlich so oft Kinder vorkommen, so ist das wohl eben, wenn man Eltern wird. Aber kann schon sein, dass sich die langjährige Kolumnenleserschaft von dem abrupten Relaunch der „Marke“ Knecht vor den Kopf gestoßen fühlen. Well, macht euch nicht ins Hemd. Das Leben geht nun mal weiter. Und wer nicht mitgeht, der bleibt auf der Strecke.

Jetzt grade hab ich auch schon das nächste Büchereibuch durch. Das ist ja wohl wirklich esoterisch zu mir gekommen. Hätte das nicht einfach genau an diesem Tag da gestanden und diesen interessanten Titel gehabt … ich hätte es wohl nie entdeckt.

Und das ist wieder interessant, denn die Autorin kommt ebenfalls aus dem hohen Norden, und wo es mich bei Herrn Lindqvist  noch so unglaublich aufgeregt hat, dass sie den Titel bei der Übersetzung geändert haben, so sehr find ich es bei diesem Werk angebracht. Denn das Buch hätte unter dem Originaltitel „Jonas Eckel“ niemals meine Aufmerksamkeit erregt. So aber, wenn da plötzlich ein Buch im Regal steht, auf dessen Rücken „Also, von mir aus“ zu lesen ist, dann macht mich das neugierig. Wäre wirklich interessant zu wissen, ob die norwegischen Leser eher auf den Originaltitel anspringen.

„Also, von mir aus“ ist eine mitreißende Lektüre, nicht nur, weil Autorin Karin Fossum sonst eher als Krimiautorin bekannt ist. Es ist einfach faszinierend, den weiblichen Hauptcharakter, der den deutschen Titel des Buches als Antwort auf einen Heiratsantrag gibt, nur durch die Augen des männlichen Ich-Erzählers zu sehen. Wenn man so drüber nachdenkt die Höllen-Vorstellung von Sartre in „Huis Clos“. Die Hölle, das sind die anderen — oder auch, sich nur durch die (oder in den) Augen der anderen zu sehen.
Und Frau Fossum macht das gut, sich in ihren männlichen, etwas eitlen Erzähler zu versetzen, der immer hofft, jemanden zu treffen, der das besondere Licht sieht, das ihn umgibt. Jonas Eckel, der viel auf nonverbale Kommunikation gibt, den es amüsiert, die Reaktionen seiner Mitmenschen auf seinen Namen so beobachten — eine hochgezogene Augenbraue, ein interessierter Blick — und sich dann doch beeilt, „Eckel mit ck“ hinterherzuschicken und so die Vorstellung des „Ekels“ abzuschwächen.

Ein Mann, der Ordnung schätzt, pragmatisch und konservativ denkt, und sich nach dem Blick über den Tellerrand, einer Reise in unbekannte Gefilde, dann doch wieder nach seiner Arbeit als Lagerleiter, nach dem nie versiegenden Strom von einzusortierenden Toastern und Serviettenhaltern sehnt.

Ein Mann, der so einfach gestrickt ist, dass ihm die Launen seiner etwas einfältig dargestellten Frau immer mehr zum Mysterium werden.

Hat er verstanden, dass sie ein Mensch ist? Vielleicht. Doch er sieht sie mehr als Kind, als jemanden, den er nie ganz ernst nehmen kann. Hauptsächlich ist sie seine Frau, vor allem, weil er eine haben wollte. Eine, die seine ist, die er besitzt, bis dass der Tod sie scheidet. Doch „Liebe, das muss man wollen“ ist die Lektion, die er lernt. Was für ein großer Abgrund zwischen ihm und jemandem, der auf einen Heiratsantrag mit „Also, von mir aus“ antwortet.

Manchmal spüren wir, dass seine Frau ihn hasst. Lillian, diese sich wandelnde, dem Likör zugeneigte Frau, die stundenlang Modezeitschriften betrachtet und dann doch bei der Heilsarmee einkauft, die sich vor dem Computerkurs versteckt, zu Hause verkriecht. Sich in der heißen portugiesischen Sonne nicht zurechtfindet und dann so plötzlich Feuer für den Goldenen Mann fängt. Der Goldene Mann ist bestimmt nicht Jonas Eckel, denn „Jonas Eckel ist nicht ganz so, wie er sein sollte“. Auch wenn ihn diese Nachricht zu spät ereilt.

Doch ganz schlau werden wir aus Lillian bis zum Ende nicht. Auch Jonas fragt sich, warum sie nicht geht, wenn es ihr denn nicht gefällt.

Sie kann nicht. Sie wüsste nicht wohin. Kann sich selbst nichts vorstellen; ihr Leben nicht selbst in die Hand nehmen. Und Jonas weiß das, und aus lauter Wut über ihre Unselbstständigkeit entwickelt er Freude daran, sie durch seine bloße Anwesenheit zu quälen. Auch er könnte ihr sagen, dass sie gehen soll. Wählt aber dann doch einen anderen Weg — der dem Leser den Teppich unter den Füßen wegreißt.

Man merkt, ich bin noch ganz aufgewühlt. Aber ich freu‘ mich so, wieder ein Buch gefunden zu haben, das mich bewegt. Und dank dem ich etwas über mich selbst lerne.

„Da lag nun meine Frau im Hotel, ließ sich aber nicht benutzen. Wozu soll das gut sein?“

Diesen Gedanken hätte ich einem männlichen Autor wahrscheinlich schwer angekreidet. So aber, mit dem Wissen, dass das eine Frau geschrieben hat, die damit lediglich den Charakter der Hauptfigur stärker zeichnet, ist es für mich auf eine seltsame Art leichter zu akzeptieren, dass manche Männer einfach so denken. Verrückt, oder?

 

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*knecht*hurra*

Juli 12, 2011 at 17:59 (Literatur)

Und … fertig! 244 Seiten erheiternde Knecht-Kolumnen soeben beendet. Was schade ist, denn sie haben Spaß gemacht. Und wenn Bücher Spaß machen, ist es schade, wenn man sie hurtig lesen muss.

Was mir die im Schnelldurchlauf konsumierte Lektüre auf den Weg mitgibt?

Also, diese Kindersache hat wirklich noch etwas Zeit. Ausgehen, feiern, Museum, Kino, sich betrinken, flexibel Jobs annehmen können und Zeit alleine mit dem Liebsten verbringen können ist durchaus ein Lebenskonzept, das noch ein paar Jahre ungetrübten Genuss verdient. Ganz abgesehen von: Ohne anstrengende Kinder in den Streichelzoo gehen können. Irgendwann packen nämlich all diese Waldorfeltern ihren greinenden Nachwuchs ein und ihre (angesichts der Gesellschaft der kinderlosen twentysomethings im Streichelzoo, was wollen denn die hier?) irritierten Blicke gleich mit, und dann ist Schluss mit Grobsein und Schreierei und es gibt nur noch mich und Monsieur L’Hiver zwischen den kleinen flauschigen Kaninchen.

Gut auch an Knecht: Sie verlässt den Leser nicht ohne interessante Literaturempfehlungen.

Als nächsten Lesestoff schreibe ich mir nun also

„Philip Roth – Der menschliche Makel“ und

„Thomas Meinecke – Tomboy“

auf die mentale Liste.

Und hoffe, dass ich diesmal etwas Schlaues dazu schreiben kann. Aber jetzt wird erst mal der neue Sedaris in Angriff genommen. Mal sehen, ob ich mich der vielerorts murrenden Stimmen über eine Abnahme der literarischen Qualität anschließen werde müssen.

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*balanced*

Juli 12, 2011 at 10:25 (Lebenslektionen, Literatur)

Little Miss ist glücklich.

Nach 3 Jahren endlich die kaputten Spitzen ab, zu einem sehr moderaten Preis. Und von einer gut aussehenden Alternativ-Friseuse gemacht. Toll!

Und danach Anziehsachen eingekauft. Lauter schönes Zeug um minus fünfzig Prozent. Yay! Mag es gar nicht mehr ausziehen, so fein.

Tja, und dann nachts ab ins Paradies. Feine Party, konnte durchaus mit Portugal mithalten! Und was für ein geiles Bild:

Ziemlich cool auch: Pro Person 50 Eusen Eintritt gespart. Hehehe.

Dazu wieder mal viel über mich selbst gelernt. Interessant auch: Wenn sich die Angst manifestiert und man trotzdem verschont bleibt — wem dankt man, zu wem betet man, wenn man gerade frisch aus der Kirche ausgetreten ist?

Zum Glück gut zuhause angekommen gab’s dann eine neue Lektion in Sachen Kunst. Dalí ist großartig! Vielleicht sollt ich den in Zukunft anbeten?

Tja, und dann hab ich auch noch eine Lese-Challenge angenommen. Nachdem die Schwester in Fuerteventura weilt, muss ich die beiden Bücher, die ich erst gestern bekommen hab, vor Freitag fertig haben, weil da müssen sie in die Bücherei zurück. Wird sie es schaffen, wird sie?

Besser gleich ranmachen! Kommt her, ihr Buchstaben, kommt her! Lasst euch lesen!

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